Lexikon Home Therapie Frauen Säuglinge Kinder und Jugendliche Praxis Fahrweg |
Glossar |
|
|
| A | B | C
| D | E | F
| G | H | I
| K | L | M
| N | M | O
| P | Q | R
| S | T | U
| V | W
|
|
ADS - Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom bzw. ADHS
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom
bezeichnet in der Psychiatrie jemanden, der folgende Merkmale besitzt:
"Aufmerksamkeitsstörungen, Überaktivität",
"Distanzlosigkeit in sozialen Beziehungen", eine "Unbekümmertheit in
gefährlichen Situationen"
und "impulsive Mißachtung sozialer Regeln". |
|
Der Einzelfall bedarf immer einer medizischen und familientherapeutischen ( s.u. ) Abklärung. Man wird vorbehaltlos offen herausfinden müssen, was ist dabei Erkrankung und was sind Regulationsstörungen ( s.u. ) des Verhaltens oder beides. Bei einer Regulationsstörung können alle Lebensumstände und die komplexen Wechselwirkungen zwischen den sich entwickelnden Eltern - Kind - Beziehungen und der kindlichen Verhaltensregulation als verursachend in Betracht kommen. |
|
Anmerkung: Der Begriff wird von Laien oft stigmatisierend, vorschnell und abwertend für Personen benützt, mit denen sie nicht zurechtkommen. Jedes Kind hat ein Recht auf Verständnis, Hilfe, Förderung und Integration durch alle Beteiligten. |
|
|
|
seltsames, teils gefährliches Medizinverständnis. Alternativmedizin ist keine anerkannte Bezeichnung. Oft werden damit Methoden bezeichnet, welche die "Schulmedizin" ( s.u. ) ablehnen und sich als Alternative zu ihr verstehen. Meist handelt es sich um Verfahren analog der Sympathieheilung ( s.u. ) mit einfachen, meist magischen Erklärungen zur Begründung ihrer angeblichen Wirksamkeit. Wie bei psychotherapeutischen Verfahren beruht auch hier ein Großteil der Wirksamkeit auf unspezifischen Aspekten wie Zuwendung und Verständnis. Alternativmedizin benötigt eine Übereinstimmung in ihren Erklärungsmodellen zwischen dem Klienten und dem Anbieter des Verfahrens. Meist bezieht man sich dabei auf einfach überschaubare, leicht verständliche, religiöse, esoterische oder pseudowissenschaftliche Erklärungsmodelle. Glauben Anbieter oder Klient nicht gemeinsam an die höheren Kräfte der Verfahren, geht deren Wirksamkeit deutlich zurück. |
|
Die Methoden der "Alternativmedizin" nutzen oft kuriose Mittel und skurile elektrische Geräte, welche ohne gründliche medizinische Untersuchung, bildgebende Verfahren oder medizinisches Labor eine "exakte Diagnose" anzeigen. Kaschiert wird das Unwissen oft durch Dreistigkeit und beeindruckend technisch - blumige Marketingnamen dieser Methoden. "Alternative" Diagnostik- und Heilterminals ( s.u. ) suggerieren "exakte" Bestimmung von "Krankheiten", die man in Wirklichkeit nicht hat oder so nicht nachweisen kann und "beseitigen" diese selbst gleich wieder. Oft erhält man die üblichen Modediagnosen und "Therapien" ( s.u. auch unter "Scharlatan" ). Alternativmedizin folgt meist den Gesetzen der Magie ( s.u. ), welche durch die Naturwissenschaft fast aus der Medizin verdrängt wurde und nun wieder zurückkehrt. |
|
In der "Alternativmedizin" nutzt man, nach strengen Regeln anzuwendende, magische "Wasser, Salze, Kügelchen, Informationen, Resonanzen, Schwingungen, Felder, Muster, Dämonen, Geister", immitiert schulmedizinische Verfahren, verabreicht z.B. jedem Patienten "Spritzen", operiert imaginär die "Aura" oder pendelt "Medikamente" für den Patienten aus. Manche lassen die Patienten auch abwechselnd verschiedene Mittel in die Hand nehmen und bestimmen das "richtige Mittel" über den Widerstand beim Niederdrücken des ausgestreckten anderen Arms. Andere nutzen Elemente der Gruppentherapie durch eine spezielle Organisation des Warte- oder Therapiebereichs. Warten wird so nicht zur Tortur, sondern zur Formung einer "Gemeinschaft der Leidenden in Erwartung des Heilers und der Heilung". Wie beim Besuch einer guten Zaubervorstellung haben Patienten wie auch Therapeuten kein Interesse daran, daß die angewandten Tricks aufgedeckt werden, weil dann die Verzauberung nicht mehr wirkt und die Hoffnung auf Heilung schwindet. |
|
Manchmal werden in der "Alternativmedizin" Beschwerden für einige Zeit gelindert, weil "nun endlich etwas geschieht", was der Patient versteht und "was die "Schulmedizin nicht kann". Wenn sich etwas überhaupt bei solchen Therapien langsam bessert, ist es meist aufgrund der Zeit, welche der Körper braucht, um alleine mit Beschwerden fertig zu werden. Diese Elemente magischer Kommunikationsformen zählt man auch zum "Placeboeffekt" ( s.u. ), der eine wichtige Rolle bei jedem Heilverfahren spielt. Die moderne Medizin setzt sich mit diesem Effekt wissenschaftlich auseinander. Die Wirkung der "Alternativmedizin" liegt im Bereich eines gut eingesetzten Placeboeffekts, Die Patientenzufriedenheit ist meist höher als in der Schulmedizin, sofern diese den Leistungsvorgaben der gesetzlichen Krankenkassen unterliegt. Heilpraktiker und immer mehr Ärzte der Allgemeinmedizin wenden "Alternativmedizin" an. |
|
Während die Schulmedizin sich vor allem an der statistisch signifikanten, "evidence basierten" Wirksamkeit von Methoden und Präparaten ( s.u. "EbM" ) orientiert, welche vom subjektiven Erleben des Patienten "unabhängig" sein soll, so ist es bei der "Alternativmedizin" gerade umgekehrt. Sie interessiert sich vor allem für die effektivste Kommunikationsform der meist szeneabhängigen Wertesysteme und Handlungserwartungen. Sie paßt sich den landläufigen, pseudowissenschaftlich laienhaften Erwartungshaltungen optimal an, ohne sich für den wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit ihrer Verfahren zu interessieren. Ihre "Wirksamkeit" beruht demnach in der Erfüllung dieser Erwartungshaltungen durch Maximierung des "Placeboeffekts" ( s.u. ) von nicht "evidence basierten" Verfahren. |
|
In modernen Marketingschulungen für Arztpraxen wird deshalb unter dem Stichwort "Patientenorientierung" empfohlen, Alternativmedizin zur Steigerung des Umsatzes und zur effektiven Patientenbindung als Leistung für Selbstzahler anzubieten. Stichworte der Marketingstrategen lauten: "Patienteorientierung, Erfolg beginnt im Kopf, Dramaturgie, Über das Vergnügen, sich ein Profil zu geben" usw. Schaut man in die Telefonbücher, so wird man kaum noch einen Arzt für Allgemeinmedizin finden, der nicht Verfahren der Alternativmedizin anbietet. Erfragen und vergleichen Sie die Ausbildungszeit Ihres Therapeuten in "Alternativmedizin" mit der von Ärzten, die ein Aufbaustudium oder einen Masterstudiengang in Ernährungsmedizin an einer Universität absolviert haben oder mit der eines Diätassistenten. Sie werden feststellen, daß die meisten der "alternativen" Methoden nach vergleichsweise kurzer "Ausbildungszeit" ausgeübt werden und "alternative" Patienten geben sich in ihrem Leid kritiklos dieser Zauberei hin, auf Erlösung hoffend. |
|
Auch die "klassische" Osteopathie ( s.u. ) basiert im Bereich der Behandlung innerer Organe ( viszerale Osteopathie ) oder der Craniosacralen Osteopathie ( s.u. ) auf einem alternativmedizinischen "manuellen Fundamentalismus" ( s.u. ). Die angeblich "vier- oder fünfjährige" Ausbildungszeit in Osteopathie ( s.u. ) an Privatschulen in Deutschland ist zumeist ein schlechter Werbegag, denn sehr oft handelt sich dabei um berufsbegleitenden Unterricht von ca. 1200 bis 1400 Stunden, verteilt auf 5 Jahre oder ca. 1013 Stunden in 4 Jahren. Real entspricht dies nur einer ca. 1/2 bis 3/4 jährigen Ausbildung bei tariflich normaler Wochenarbeitszeit. Für die Behauptung einer solch "fünfjährigen Osteopathieausbildung" gilt daher: "Mehr Schein als Sein". Ein derart unseriöses Marketing ist ein typisches Kennzeichen von "Alternativmedizin". |
|
Da die Anwendung der Verfahren der "Alternativmedizin" vor allem auf der optimalen Nutzung des Placeboeffekts ( s.u. ) beruht, wird man selten einen Arzt oder Heilpraktiker finden, der sich selbstkritisch mit den von ihm angebotenen Verfahren auseinandersetzt. Da die Wirksamkeit des Placeboeffekts darin besteht, die Verfahren darzubieten mit der inneren Überzeugung ihrer Einzigartigkeit und Überlegenheit, so handelt es sich um ein geschlossenes Wertesystem von Klienten und Therapeut, die felsenfest von der Wirksamkeit dieser Verfahren überzeugt sind. Da Evidenz ( s.u. ) hier keine Rolle spielt, kann man diese Verfahren auch als "Doktorspielchen", "Magie" oder "Sympathieheilung" ( s.u. ) bezeichnen. |
|
Zuhören Können, ohne Sie zu unterbrechen, Verständnis, menschliche
Zuwendung und Zeit für den Anderen sind Kennzeichen eines guten Therapeuten.
Die gründliche manuelle Untersuchung von Kopf bis Fuß ist die Grundlage
aller weiteren Untersuchungen. Sie sollten mißtrauisch werden, wenn man Sie, ohne
Sie überhaupt anzulangen, also ohne gründliche körperliche Untersuchung
und weitere medizinische Diagnostik, sofort mit Alternativmedizin behandeln will.
Das Tragische an der Alternativmedizin ist, daß Menschen,
welche im System der Medizin nichr ernst genommen oder schlecht
behandelt wurden, oft wiederum nicht ernst genommen werden. Stattdessen werden sie
bei vielen der "Alternativen Methoden" in ihrer Hilflosigkeit oft dreist "abkassiert".
Sinnvoll ist hingegen immer eine sich gegenseitig ergänzende Verbindung
aus Medizin und Naturheilkunde, wenn Leiden durch Medizin allein nicht behandelbar
sind. |
|
|
|
Umgangsprachliche Bezeichnung für Ausübende der Alternativmedizin ( s.o. ). Dies können Ärzte oder Heilpraktiker sein. Manchmal wenden auch Heilhilfsberufe ( s.u. ) neben Methoden ihrer Kassenzulassung, Verfahren der Alternativmedizin an, z.B. übernehmen "alternative" sendungsbewußte "Osteopathen" ( s.u. ) oft unkritisch auch gefährliche, irrelevante Methoden und pseudowissenschaftliche Erklärungen der esoterisch "klassischen" Richtung der Osteopathie ( s.u. ). |
|
|
|
s.u. unter "Unani" und unter "Humoralmedizin" |
|
|
|
das ist eine Gewebeschicht, die sich spinnwebartig ausspannt zwischen der weichen Hirnhaut (pia mater s.u.) und der harten Hirnhaut (dura mater s.u.) im Gehirn - Schädel und im Rückenmarkskanal in der Wirbelsäule |
|
|
|
bedeutet in der altindischen Sprache Sanskrit "achtfach" |
|
|
|
Atlas ist der oberste Halswirbel. Auch in diesem Bereich können sich muskuläre Probleme ergeben, wie überall im Bereich der Muskulatur. Manche Heilkundige glauben, allein durch manuelle Behandlung im Bereich des Atlas alle möglichen Probleme der Psyche und Organe lösen zu können. Diese Theorie geht zurück auf eine Richtung in der Chiropraktik( s.u. ) gegen Ende des 19ten Jahrhunderts. Wir rechnen diese Ansicht zu den Modetherapien ( s.u. ). |
|
|
|
s.u. unter: "Entgiften, Entschlacken, Ausleiten" |
|
|
|
In Deutschland gibt es zur Formulierung von Leitlinien der Evidenz basierten Medizin ( "EbM" s.u. ) die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. ( AWMF ), welche z. Zt. 153 wissenschaftliche Fachgesellschaften umfaßt. Dieser 1962 gegründete und seit 2007 eingetragene, gemeinnützige Verein ( e.V. ) koordiniert in Deutschland die Entwicklung der AWMF Leitlinien für die Verfahren in medizinischer Diagnostik und Therapie. |
|
|
|
Im Westen werden mit dem Begriff Ayurveda vor allem Wellness Projekte beworben. Da nur Heilberufe in Deutschland die Heilkunde der Ayurveda Medizin zur Behandlung von Krankheiten anwenden dürfen, bekommen Sie im Bereich Wellness nur Ölmassagen, Schwitzbäder u.ä. Medizinische Behandlungen zur Heilung von Krankheiten dürfen dort nicht erfolgen. |
|
|
|
bezeichnet eine traditionelle Heilkunde in Indien aus
Ernährungsheilkunde, Kräuter- und Metallpräparaten und Chirurgie. In der
aktuellen
Gesetzgebung in Indien, welche das Studium an Colleges, die Zulassung
der Ausbildungsstätten
und die Registrierung der entsprechend ausgebildeten Ärzte regelt,
nennt man sie auch
Ayurveda Indigenious Medicine of India |
|
Durch dieses Gesetz ist auch die staatliche Zulassung der Ayurveda Colleges geregelt, die Lehr- und Prüfungsordnung und die Berufszulassung für Ayurveda Ärzte in Indien. Die 11 Semester dauernde Grundqualifikation zum Titel B.A.M.S. - Bachelor of Ayurvedic Medicine and Surgery ( Bachelor für Auyrvedische Medizin und Chirurgie ) ist klinisch orientiert und findet nur an staatlich zugelassenen Ayurveda Colleges statt. Diese sind teilweise an Universitäten angeschlossen. |
|
Anschließend ist ein weitergehendes Studium von 6 Semestern zum M.D. ( Doctor of Medicine ) als ayurvedischer Facharzt möglich, mit der Spezialisierung in einzelne der zahlreichen Fachrichtungen des Ayurveda. Die Zulassungsvoraussetzungen, Ausbildung, Prüfung und Berufszulassung unterliegen staatlicher Kontrolle. In Indien müssen sich die Ayurveda Ärzte nach ihrem Studium staatlich registrieren lassen, um praktizieren zu dürfen. Wer nicht registriert ist, darf Ayurveda nicht mehr ausüben. |
|
In Deutschland darf Ayurveda Heilkunde nur ausgeübt werden durch Heilberufe, also durch Ärzte und Heilpraktiker. Fragen Sie Ihren Therapeuten nach dem Nacheis seines Abschlusses als B.A.M.S. ( .s.u. ) oder M.D. und seiner offiziellen staatlichen Registrierung in Indien oder lassen sich zumindest die entsprechende Registrierung seiner Ausbilder in Indien zeigen, wenn es sich um einen deutschen Arzt oder Heilpraktiker handelt, der Ayurveda als Heilkunde anbietet. |
|
Ebenfalls sind durch dieses Gesetz die Ausbildungen in weiteren traditionellen Medizinsystemen in Indien geregelt, wie die in Unani Tib ( s.u. ) und in Siddha ( s.u. ). Unani Tib ist eine traditionelle arabische Medizin, welche hauptsächlich von den Muslimen in Nordindien und in Pakistan ausgeübt wird. Auch für diese Ausbildung gibt es einige staatlich zugelassene Colleges in Indien. Siddha ist eine andere traditionelle Medizin, welche hauptsächlich im District ( Bundesstaat ) Tamil Nadu im Süden Indiens praktiziert wird. Siddha ist fast mit Ayurveda identisch. Diese Heilkunde hat Colleges in Tamil Nadu. |
|
B.A.M.S. - Bachelor of Ayurvedic Medicine and Surgery ( Bachelor für Auyrvedische Medizin und Chirurgie ) - so lautet der offizielle Titel nach 11 Semester Studium an einem staatlich anerkannten Ayurveda - College und Abschluß in Indien. Die Zulassungsvoraussetzungen, Ausbildungsgänge, Abschlußprüfungen, Titel, staatliche Registrierung und die Ausübung der Ayurveda - Heilkunde ist in Indien gesetzlich geregelt im "The Indian Medicine Central Council Act, 1970" ( Act No. 48 of 1970 ). |
|
|
|
bezeichnet Behandlungsmethoden und Behandlungskonzepte verschiedener Epochen und Kulturen, bei denen Menschen oder Tiere von anderen Menschen mit den Händen berührt oder bewegt wurden oder werden, zum Zwecke der Linderung von Beschwerden und zur Gesundung. Dazu gehören heutzutage z.B. die Massage und das "Einrenken". Im deutschen Gesundheitswesen ist der Heilhilfsberuf ( s.u. ) des Physiotherapeuten auf manuelle Behandlung spezialisiert. Dabei unterliegt er Einschränkungen, da die Anwendung gewisser Techniken nur den Heilberufen ( s.u. ) erlaubt ist. |
|
|
|
Mönchsorden der katholischen Kirche. Siehe auch unten unter "Humoralmedizin" und unter "Klostermedizin". |
|
|
|
bezeichnet ein Konzept zur manuellen Behandlung und Übung von Patienten mit Erkrankungen des Nervensystems |
|
|
|
eine äußere Abflachung an einem normalerweise runden Teil des Schädels, meist mittig hinten gelegen. |
|
bezeichnet Körperhaltungen, bei welcher Rumpf und Halswirbelsäule eine C förmige Neigung einnehmen. |
|
|
|
s.u. unter "Geburtsgeschwulst" |
|
|
|
s.u. unter: "The Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching" |
|
|
|
bezeichnet eine massierende Behandlungsmethode aus Indien, bei der mit den Füßen behandelt wird |
|
|
|
Das griechische Wort "cheir, cheiros" bedeutet "Hand", "prassein, prattein" bedeutet "vollbringen" und "praxis" ist die "Anwendung" Chiropraktik bedeutetet übersetzt die Handtätigkeit. Sie ist eine rein manuelle Heilkunde, welche von D. D. Palmer aggressiv vermarktet wurde. Weder in der Chiropraktik noch in der Osteopathie ( s.u. ) stammen die Techniken von den Namensgebern dieser Marketingprojekte. Der Umfang der chiropratischen Techniken entspricht heute denen im Fach osteopathisch manuelle Behandlung ( engl. OMT - Osteopathic Manipulative Treatment ) in der Osteopathie ( s.u. ). |
|
Der Kanadier D. D. Palmer wanderte 1865 in die U.S.A. aus und wurde Lehrer an einer Schule in New Boston. Er übte verschiedene Tätigkeiten aus, z.B. betrieb er von 1881 bis 1884 einen Laden in What Cheer im Staat Iowa. In den Jahren 1884 /1885 war er Lehrer an der Schule im Ort Letts und lernte in dieser Zeit das "Magnetic Healing" ( Handauflegen ). Ab September 1886 betrieb er eine Praxis für "Magnetic Healing" im Ort Burlington und zog 1887 nach Davenport. 1896 gründete er die "Palmer's School of Magnetic Cure" und brachte die monatlich erscheinende Zeitschrift "The Magnetic Cure" heraus, welche 1897 in "The Chiropractic" umbenannt wurde. Die Schule hieß später "Chiropractic School and Cure", dann "Palmer School and Infirmary of Chiropractic (PSIC)" und ab 1904 "Palmer School of Chiropractic". |
|
Chiropraktik und Osteopathie ( s.u. ) waren in den USA bei ihrer Gründung religiös motivierte Medizin - Sekten. D.C. "Doctor of Chiropractic" war eine Berufsbezeichnung im Bereich dieser Medizin - Sekten, ebenso wie der "Osteopath D.O.". Sowohl D. D. Palmer, als auch der Begründer der Osteopathie, A. T. Still, waren keine Ärzte, sondern "Magnetic Healer", praktizierten also eine Modetherapie der damaligen Zeit in den USA. Beide versahen ihre Marketingprojekte mit einer Ideologie, wie sie der religiösen Aufbruchstimmung in den USA entsprach und mit der sie die universale Gültigkeit manueller Behandlung aller Krankheiten, also auch der inneren Organe, begründeten. Die Chiropraktik wollte dieses Ziel allein durch die "Korrektur von verschobenen Wirbeln" mittels manuellem Impuls erreichen. Später sollte allein die Behandlung des obersten Halswirbels ( Atlas ) genügen, um alle organischen und psychischen Erkrankungen zu heilen. |
|
Nach Meinung der Sektengründer D. D. Palmer ( Chiropractic ) und A. T. Still ( Osteopathy s.u. ) sollten alle Krankheiten wie z.B. Tuberkulose, Cholera, Tumore, Herz- und Kreislauferkrankungen usw. nur durch ihre manuelle Behandlung und ergänzende äußere Anwendung von chemische Präparaten geheilt werden. Solcherlei "Anwendungsbereiche" galten bereits in der europäischen manuellen Heilkunde in der damaligen Zeit. Die in Europa angewandte manuelle "Behandlung" innerer Organe wurde von der Osteopathie übernommen. Man findet diese teils gefährlichen Techniken der angeblichen "Behandlung innerer Organe" heute in der "Alternativ" - Osteopathie. Im Gegensatz zur manuellen Heilkunde in Europa wurde in den Medizin - Sekten von Palmer und Still die innere Anwendung von Arzneien jeglicher Art vehement abgelehnt. |
|
D. D. Palmer begründete seine Methode mit der
Ideologie des Spiritualismus,
während A. T. Still sich auch einer Richtung der englischen Philophophie
und Literatur bediente, welche sich gegen einen erstarkten reinen
Materialismus wandte.
|
|
Neu an D. D. Palmers ( Chiropractic ) und A. T. Stills "Osteopathy" ( deutsch: Osteopathie ) Marketing waren weder die Techniken, noch deren pseudowissenschaftlich religiöse Interpretation, welche sie zur Mobilmachung gegen die Medizin und zur Etablierung ihrer Medizin - Sekten einsetzten. Allerdings hatten Sie beide im Gegensatz zu anderen, welche ähnliche Projekte verfolgten, das aggressivere Marketing. A. T. Still organisierte z. B. eine Zeitungskampagne, um sich zum Nobelpreis vorschlagen zu lassen. Im Gegensatz zu D. D. Palmer täuschte A. T. Still vor, Arzt und Chirurg zu sein. |
|
Ideologie und Praxis der Medizin - Sekten änderten sich aber in den USA mit der Reform der Hochschulstudiengänge entsprechend den Vorgaben der 1906 vom Congress eingesetzten "The Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching" ( s.u. ) allmählich hin zur Medizin. Chiropraktik wurde eine mehr rationale Behandlungsmethode, allerdings entstanden hieraus andere Medizin - Sekten, wie z. B. sogenannte "Atlas" Therapien ( s.o. und unten unter "Fundamentalismus, manueller" ). |
|
|
|
bezeichnet einen Therapeuten, der die Heilkunde Chiropraktik bzw. Chirotherapie ausübt. Der Umfang der dabei eingesetzten Techniken entspricht heutzutage dem Umfang der Techniken im Fachbereich manuelle osteopathische Behandlung ( engl. OMT - Osteopathic Manipulative Treatment ). In Deutschland ist diese Berufsbezeichnung im Gesundheitswesen, auch als Zusatzbezeichnung, gesetzlich verboten. Entsprechende Gerichtsurteile liegen vor. |
|
|
|
bezeichnet einen Zweig der Medizin, der sich mit künstlichen und natürlichen Lebensrhythmen befaßt |
|
|
|
ist ein manuelles Behandlungskonzept für funktionelle Probleme im Bereich Schädel, Kauapparat und Gesicht, soweit sie denn manuell behandelbar erscheinen. |
|
|
|
ist Hypnose ( s.u. ) bzw. Trance ( s.u. ) mittels Berührung ( trotz anderslautender hypothetischer Erklärungsmodelle dieser Methode ). Man begleitet den Klienten auf die für ihn mögliche "tiefste" Ebene der stillen inneren Wahrnehmung und des in sich Ruhens. Gleichzeitig ensteht ein für dieses Erleben typisches Selbstempfinden. ( Die Assoziationshilfen während der Ausbildung der Therapeuten in Cranialer Osteopathie / Kranialer Osteopathie schwanken je nach Zeitgeist zwischen religiös spirituellen, technisch - elektrischen, pseudowissenschaftlichen oder wissenschaftlichen Hypothesen. ) |
|
Davon unterschieden werden muß
die manuelle Behandlung, welche meist mit Druck oder Zug auf dem Gewebe
arbeitet.
Diese schon sehr früh von der Osteopathie aufgegriffene "direkte"
Schiebe- und Drucktechnik am Kopf
bezeichnete man später als "Osteopathie im Kopfbereich" ( engl.
Osteopathy in the Cranial Field ).
Die von dem ehemaligen Journalisten |
|
Kraniale Osteopathie benutzte bis ca 1990 keine Verfahren der Negativ - Trance ( s.u. ), wie sie im Gegensatz dazu in der Cranio Sacralen Therapie ( s.u. ) üblich sind. Kraniale Osteopathie vertraute in ihrem ursprünglich religiös spirituellen Menschenbild und Selbstverständnis absolut in die aktuellen positiven Absichten des menschlichen Wesens. Unterstützt man diese positiven Absichten, so kann der Patient Eutrance ( s.u. bei Trance ) erleben. Die Behandlung von Säuglingen mittels therapeutischer Hypnose oder Trance, wie auch die therapeutische Behandlung von Tieren mittels hypnotischer Verfahren ist fraglich wirksam. Dies gilt auch, wenn Trance manuell herbeigeführt wird, wie in der Kranialen Osteopathie. |
|
Kindgerechte manuelle Behandlung nutzt die spontane kindliche Kommunikation, den natürlichen Bewegungstrieb, die natürliche Bewegungsentwicklung, die Reflexe für Bewegung und Haltung und dynamische therapeutische Bewegungen. Bekannt dafür sind die Mototherapie ( s.u. ), Psychomotorik ( s.u. ), Bobath Konzept ( s.u. ), Feldenkrais Methode ( s.u. ), u.a. |
|
Die mittels manueller Techniken herbeigeführte Hypnose wird unter verschiedensten Wortschöpfungen und diversen Schreibweisen vermarktet wie: Craniale Osteopathie, Kraniale Osteopathie, Craniosakrale Osteopathie, Cranio sakrale Therapie oder Osteopathie, Cranio Sacrale Therapie oder Osteopathie, Kraniosakrale -, Craniosacrale- , Kraniosacrale Therapie, "Reiki" ( s.u. ), japanisches "Heilströmen" ( s.u. bei Reiki ), japanisches "Jin Shin Jyutsu ( s.u. bei Reiki ) usw. |
|
|
|
s.o. unter CRAFTA |
|
|
|
Worterfindungen für die manuelle Herbeiführung von Trance ( s.u. ). Korrekt wäre die Schreibweise in Griechisch mit K, also Kranion, die "Hirnschale" und im Latein mit C, also os sacrum, der "Heilige Knochen". In der Medizin gehen das lateinische C und das griechische K durcheinander. Es gibt auch eingedeutschte Worte wie z.B. kraniell für "kopfig" usw. |
|
|
|
Hypnose ( s.u. ) bzw. Trance ( s.u. ) mittels Berührung ( trotz anderslautender hypothetischer Erklärungsmodelle dieser Methode ). Zur Erzielung entsprechender Effekte werden Berührungstechniken verwendet. |
|
Cranio Sacrale Therapie benutzt entsprechend ihrer Entstehungszeit ca. 1980 vor allem Verfahren der Negativ - Trance ( s.u. bei Trance ). Diese wollen in der Vorstellung absichtlich ein zeitliches Zurückgehen ( Regress ) in belastende Erfahrungen, um emotionale Befreiung davon zu erreichen. Dieses Vorgehen führt in der Regel zu Dystrance ( s.u. bei Trance ) und verschlimmert die momentane Lebenssituation. Diese Anwendung von Negativ - Trance - Zuständen außerhalb einer gründlichen "großen" Psychoanalyse bei einem Psychoanalytiker ist bestenfalls nutzlos, eher schädlich. Seit ca. 1990 werden Negativ Trance Techniken auch in die Craniale / Kraniale Osteopathie ( s.o. ) übernommen. |
|
bezeichnet die in der Anschaffung völlig überteuerten, alternativmedizinischen PC-Terminals. Die Anwender ersparen sich meist die Mühe, sich mittels medizinischer Standards mit dem Patienten auseinanderzusetzen. Stattdessen werden obskure unstandartisierte Felder oder Frequenzen gemessen und so getan, als sei das eine bessere, umfangreichere und gründlichere Untersuchung, als die der "Schulmedizin". Diese Terminals helfen dem Anwender, den Eindruck eines seriösen Ambiente zu vermitteln und den Patienten davon zu überzeugen, andächtig in einem tranceähnlichen Zustand zu verharren, um seine Leiden von diesen Geräten in einem Aufwasch mit der "Diagnose" auch gleich mit "heilen" zu lassen. |
|
Wir halten dies für eine gelungene Zaubervorstellung aber aus Sicht der Wissenschaft der Medizingerätetechnik für einen groben Unfug. Im Sinne der Magie ( s.u. ) in der Heilkunde läßt sich damit ein ausreichender Placeboeffekt ( s.u. ) erzielen. Die auf solche Weise "diagnostizierten" Krankheiten werden von den Anwendern solcher Geräte so gut wie nie mit medizinischen Methoden verifiziert. Die Geräte seien nämlich per se besser als die Schulmedizin. Dies halten wir für eine gefährliche, riskante Scheinwelt von Scharlatanen ( s.u. und s.o. unter "Alternativmedizin" ). Es gibt günstigere Magie. |
|
Ein guter Placeboeffekt kann bei funktionellen Beschwerden einen hohen Anteil an der Heilwirkung haben. Es wäre einerseits töricht, ihn nicht zu nutzen. Andererseits ist es genauso töricht, als Therapeut oder Patient, die üblichen Unsummen in überteurte Geräte und gerätebasierte Placeboeffekte zu inverstieren. Nach unserer Erfahrung stecken dahinter seitens der Therapeuten oft Dreistigkeit, seitens der Patienten oft Gutgläubigkeit, Unwissen oder Hilflosigkeit. |
|
Wir empfehlen Heilverfahren, bei denen der Placeboeffekt schon in der realen Wirkung kostenlos mit enthalten ist, egal ob Sie an die Wirkung des Verfahrens glauben oder nicht. Dazu muß der Therapeut natürlich eine gründliche Ausbildung in mindestens einem real wirksamen Heilverfahren absolviert haben. Ansonsten bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit "alternativen" Diagnostik- und Heilterminals als Verkäufer reiner gäretebasierter Placebowirkung sein Geld zu verdienen. Kriminell ist es, wenn man Patienten mit derlei Geräten in Schrecken und Abhängigkeit versetzt, in dem man ihnen derart "objektiv nachgewiesene" Krankheiten und Tumore andichtet, ohne die Standards medizinischer Diagnostik einzusetzen. |
| Diagnose- und Therapie-Terminals |
|
s.o. unter Diagnostik- und Heilterminals |
|
|
|
Jedes subjektiv empfundene Funktionsdefizit im Leib erzeugt manchmal die Empfindung einer relativen Abspaltung des betroffenen Areals bis hin zu seiner völligen Negierung ( Neglegt ). Dementsprechend ensteht oft ein Verlangen nach Reintegration oder nach der Wiederherstellung von "Ganzheit". Dazu existieren anerkannte medizinische Verfahren. |
|
|
|
eine sackförmige Ausstülpung der Darmwand. Je nach Lage werden diese Ausstülpungen auch besonders bezeichnet. Das Meckel Divertikel ( s.u. ) ist ein angeborenes Divertikel. |
|
|
|
das ist eine Gewebeschicht, die den Schädel von innen auskleidet und wie ein Sack auch das Rückenmark umhüllt |
|
s.u. bei "Evidenz basierter Medizin" ( EbM ) |
|
|
|
unschöpferisches Ansammeln, Aneinanderreihen verschiedener Dinge oder Systeme |
|
|
|
Diese Begriffe nennt man auch die "TRIAS (Dreiheit oder drei Teile) der Modetherapien ( s.u. )", wenn sie manchmal als umfassende Therapien aller Leiden erfunden werden. Diese Bezeichnungen stammen aus der alten Humoralmedizin ( s.u. ) und meinen die Reinigung des Körpers von belastenden Stoffen. Die Begriffe stammen noch aus der Zeit, als man sich den Körper bildhaft als Brennofen und ein Bewässerungssystem mit Kanälen vorstellte. "Entschlacken" meint ursprünglich die Reinigung eines Schmelzofens oder Ofenrohrs und "ausleiten" dementsprechend die Ableitung oder Ausspülung über ein Bewässerungs- oder Kanalsystem. Die Erfahrungen mit der Metallurgie und Landwirtschaft bilden die Grundlage der Modelle und Hypothesen der Humoralmedizin ( s.u. ). "Entgiften" meint allgemein die Entfernung oder "Ausleitung" von realen oder eingebildeten "Verschlackungen" aus den "Kanälen" des Körpers. Dies geschieht durch das sogenannte "Rohrfrei" - Prinzip, also durch therapeutisches Erbrechen, Abführen oder durch den Aderlaß. |
|
"Entgiften" hat in der Schulmedizin eine andere Bedeutung und meint die Entfernung von real giftigen Stoffen. In der sogenannten "Alternativmedizin" werden Begriffe der alten Humoralmedizin, welche ja Naturphänomene beschreibt, gemischt mit Begriffen der modernen Naturwissenschaft, wodurch oft ein pseudowissenschaftlicher Unsinn entsteht. |
|
Dies kann zur Anwendung von Modetherapien der "Alternativmedizin" ( s.o. ) führen . Meist grenzen sich diese Methoden lautstark von der "uneinsichtigen Schulmedizin" ab. Sie werden von immer mehr Ärzten, Heilpraktikern und Heilern gleichermaßen vertreten. Diese Methoden beruhigen die Patienten, weil sie ein einfaches Erklährungsmodell der Leiden liefern und ritualisierte, magische Elemente verwenden. Magie ( s.u. ) war schon immer ein Teil der Heilkunde gewesen. |
|
|
|
s.o. unter "Entgiften, Entschlacken, Ausleiten" |
|
|
|
Trance ( s.u. ) mit dem Ziel der Entspannung |
|
|
|
bezeichnet eine Therapieform, bei der die Fähigkeit gefördert wird, alltagspraktische Tätigkeiten wieder zu verrichten. |
|
|
|
ist die deutsche amtliche Bezeichnung für die amtliche Zulassung als Heilpraktiker |
|
|
|
bedeutet European School of Osteopathy England, eine traditionsreiche Ausbildungsstätte für Osteopathy / Osteopathie ( s.u. ) in England im Ort Maidstone |
|
|
|
( englisch ) bedeutet "Europäische Schule für Osteopathie" - ESO ( s.o. ) |
|
|
|
Evidence ( englisch ), Evidenz ( deutsch ), bedeutet eine bestimmten Kriterien unterliegende, nachvollziehbare Tatsache; evident bedeutet "auf Tatsachen beruhend". Tatsachen sind in der Wissenschaft Sachverhalte, deren Erfassung und Dokumentation nach bestimmten Kriterien und Verfahren durchgeführt wird und die eine statistisch und sachlich nachvollziehbare Darstellung und Reproduzierbarkeit der Ergebnisse liefern. |
|
|
|
In der auf Evidenz basierenden Medizin ( EbM ) ist der Gebrauch der jeweils besten wissenschaftlich fundierten Informationen die Grundlage der Versorgung eines Patienten. Dieser Wissensstand gründet sich auf klinische Studien, die einen Sachverhalt durch Studien klären. Diese Studien müssen nach bestimmten wissenschaftlichen Kriterien und Verfahren durchgeführt werden und eine statistisch und sachlich nachvollziehbare Reproduzierbarkeit der Ergebnisse liefern. Sie werden nach bestimmten Kriterien ausgewertet und bewertet. Diese bewertete Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse nennt man Evidenz. Auf der Grundlage dieses Wissens trifft man in der ( EbM ) die Evidenz - basierten Entscheidungen ( engl. Evidence based individual decision - EBID) . Die EbM ist sollte die Grundlage der Evidenzbasierten Gesundheitsversorgung (engl. Evidence-Based Health Care - EbHC) sein. Diese steht oft im Gegensatz zur Lobbyarbeit. Die Ergebnisse der EbM werden dazu in Deutschland zu sogenannte Behandlungsempfehlungen oder Therapie - Leitlinien formuliert, den ""AWMF Leitlinien"" ( s.o. "AWMF" ), die jeweils für die Behandlung bestimmter Krankheiten gelten. |
|
Eine Bezeichnug des internationalen Katalogs ICD 10, zur Einteilung von Leiden und Krankheiten. Die Definition lautet: "Eine Fütterstörung mit unterschiedlicher Symptomatik, die gewöhnlich für das Kleinkindalter und frühe Kindesalter spezifisch ist. Im allgemeinen umfaßt die Nahrungsverweigerung extrem wählerisches Eßverhalten bei angemessenem Nahrungsangebot und einer einigermaßen kompetenten Betreuungsperson in Abwesenheit einer organischen Krankheit. Begleitend kann Rumination - d.h. wiederholtes Heraufwürgen von Nahrung ohne Übelkeit oder eine gastrointestinale Krankheit - vorhanden sein." Diese Symptomatik ist bei Kleinkindern eine der möglichen Regulationsstörungen ( s.u. ). des Verhaltens. Zur Erklärung: Gaster bedeutet Magen, Intestinum bedeutet Darm, gastrointestinal bedeutet also Magen-Darm. |
|
|
|
beschäftigen sich mit den Probleme einzelner Personen im Zusammenhang der wichtigsten Bezugsgruppe, also meist in der Familie. Man versucht zu verstehen, wie die beteiligten Menschen miteinander umgehen, wie Rollen und Regeln gesehen und wie Verhalten, Information und Kommunikationen wechselseitig verarbeitet werden. |
|
|
|
Eine Person, welche im Unterichten der Feldenkrais Methode ausgebildet wurde und sie unterrichtet. |
|
|
|
Unterrichtsmethode zur Verbesserung von Bewegungsabläufen und Selbstwahrnehmung (s.o. auch Craniale Osteopathie) |
|
|
|
es ist der Stamm der "Selish" (bzw "Salish"), welche im Nordwesten der heutigen USA lebten. Im heutigen Flat Head Indian Reservation (Reservat) im Nordwesten Montanas (USA) leben die Flat Head (Selish/Salish), Pend O´reille und die "Kootenai" (bzw. "Kutenai") Stämme, die alle zur sogenannten Salishan Sprachgruppe gehören. Die Mitglieder der sogenannten Flat Heads "Flachköpfe" bezeichneten sich nicht sich selbst so, sondern ihre Nachbarn, die Stämme der Crow and Blackfoot. Sie waren mit diesen oft verfeindet und meinten, daß diese die Köpfe ihrer Säuglinge nicht so schön symmetrisch formten wie sie selbst die der ihrigen. "Flat Head" war also ein Schimpfort der "Flat Heads" für andere. |
|
Die "Flat Head" Indianer hatten also im Gegensatz zu ihrer Namensgebung durch englische Soldaten und Kolonisten keine "Flachen Köpfe" und niemals die Köpfe ihrer Säuglinge flach verformt. Die englische Stammesbezeichnung beruht auf einem Mißverständnis. Frühe Reisende hatten den Stamm der Selish "flat heads" genannt, weil sie nicht die Ursache dafür erkannten, selbst von den Indianern ständig mit "Hi flat heads" angesprochen zu werden. Die Selish (bzw "Salish") brachten sehr schöne runde Köpfe hervor und bezeichneten deshalb ihre Feinde, also auch die Weißen als "flat heads". |
|
|
|
ein Beruf in der Industrie, der den Geschmack eines Produkts künstlich verändert (z.B. Lebensmittel, Autokunststoffe). |
|
|
|
s.u. unter: "The Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching" |
|
|
|
bezeichnet häutige Stellen am Schädel von Neugeborenen und Säuglingen, an denen das darunterliegende Gehirn noch nicht durch knorpelige oder knöcherne Strukturen geschützt ist. |
|
|
|
Ein Beruf in der Nahrungsmittelindustrie, der menschliche Mechanismen für Nahrungserkennung erforscht und zur Herstellung von Nahrungsmitteln nutzbar macht. (z.B. Geschmack, Konsistenz, Geräusch der Nahrung beim Kauen etc.) |
|
|
|
das Wort forensisch bezeichnet etwas, was gerichtliche oder kriminologische Bedeutung hat. Forensische Psychiatrie beschäftigt sich mit Straftaten psychisch kranker Menschen und deren Verhalten. |
|
|
|
meint ideologische, spirituelle oder religiös motivierte, sogenannte ganzheitliche Philosophien in der Manualmedizin, welche teils mit pseudowissenschaftlichen Hypothesen die manuelle Behandlung als Allheilmittel ausgeben. Die prägnanteste Form religiös motivierter Heilungsversuche von Erkrankungen findet man in christlichen Sekten der USA, deren Prediger Heilung durch Handauflegen massenwirksam verkaufen. Man will damit den Jesus der Bibel nachahmen. |
|
Man erkennt den manuellen Fundamentalismus daran, daß er behauptet, manuelle Mobilisation sei fast immer sinnvoll, egal um welches Problem es sich handele. Gemäß dieser Ideologie reicht es aus, den Körper von Bewegungsverlust zu befreien, um Erkrankungen, ja sogar Krebs oder genetisch bedingte Störungen "zu heilen". Man behauptet, alles im Körper bewege sich bis zum Tod ensprechend einer "embryologischen Rotation", der embryonalen Organentwicklung im Mutterleib. Man müsse diese Bewegungsrichtungen in jedem Organ manuell unterstützen und alles heile, "weil es sich so an den gesunden Urzustand erinnert". Man behauptet, Regionen im Körper zu behandeln, die man manuell nicht direkt erreichen kann, indem der Therapeut die Hände auflege, sich eine Vorstellung der zu behandelnden Region mache und andachtsvoll warte, bis sich die "Urbewegung" wieder einstelle. Diese Meinung einer permanenten, rhythmisch in jeder Minute sich wiederholenden, embryologischen Rotationstendenz jeden Gewebes ist pseudowissenschaftlicher Unsinn. |
|
Ähnlich anachronistisch und makaber sind mechanistische Theorien, die von dem ehemaligen Journalisten W. G. Sutherland stammen und welche einen "Primären Atemmechanismus" ( engl. primary respiratory mechanism ) postulieren. Dabei sollen rhythmische Bewegungen der zeltförmigen Hirnhäute das Atemzentrum anregen, indem sie durch ihre Bewegung das vierte Ventrikel ( s.u. ) "entleeren". Man lernt dazu in der "Alternativ" Osteopathie eine völlig unsinnige, weil unwirksame, manuelle "NOTFALL ! -Technik" am Kopf. Dabei soll eine angebliche "Kompression" des vierten Ventrikels ( s.u. ) durch manuellen Druck seitlich am Kopf zur "Wiederbelebung" von Patienten führen. Diese veralteten Hypothesen sahen alle vitalen Lebensfunktionen durch mechanisch induzierte, rhythmisch hydraulische Bewegungen verursacht. Demgemäß sollte eine rein biomechanische Behandlung aller Erkrankungen möglich sein. |
|
Es ist erkenntnistheoretisch falsch, die manuelle osteopathische Behandlung als "ganzheitlich" zu bezeichnen. Derartige Ansichten sind erkenntnistheoretischer Unsinn, da man komplexe Systeme niemals ganzheitlich erfassen kann, schon gar nicht mit einem einzelnen Aspekt der Wirklichkeit, wie das die manuelle Behandlung für sich allein darstellt. Jedes Fachgebiet der Medizin ist ebenso "ganzheitlich". Man behilft sich deshalb mit der fachübergreifenden Konsultation, dem Konsil. "Ganzheitlichkeit" zu behaupten ist Mißachtung des modernen Facharzt Konzepts der Osteopathie der USA und der naturwissenschaftlich orientierten manuellen Medizin und Physiotherapie. Es praktizieren in den USA über 50 000 Fachärzte verschiedener medizinischer Fachrichtungen als Osteopathen D.O., die zusätzlich manuell behandeln können. |
|
Ähnlich fundamentalistische Strömungen sind nicht nur in der europäischen Osteopathie, sondern in allen manuellen Heilkonzepten vorhanden. Die Ideologie des Fundamentalismus lautet so, daß der Körper alle seine Probleme selbst regeln würde, egal an welchem Ort und um was es sich handelt, wenn man nur die Umgebungsbedingungen manuell verbessere. Am extremsten wird diese Ideologie in manchen der sogenannten "Atlas Therapien" vertreten. Hier wird behauptet, alle Probleme der Menschen kämen von einem "bisher nicht erkannten Problem" der oberen Kopfgelenke. Dies habe der "Therapeut jetzt als erster richtig erkannt". Wir zählen solche Behauptungen zu den Modetherapien ( s.u. ). |
|
Bewegung ist eben nur einer der beobachtbaren Aspekt des Lebens. Nur weil es Bewegung gibt, bedeutet dies noch lange nicht, daß man als manueller Therapeut über manuelle Behandlung alles beeinflussen kann. Oder anders formuliert, nur weil ein Auto Räder hat, ist nicht jedes Problem ein platter Reifen und schon gar nicht nur mit einem Wagenheber zu lösen. Moderne Osteopathie in den USA ist vor allem Medizin und wendet Naturheilkunde und manuelle Therapie ergänzend an. Seriöse manuelle Behandlungstechniken werden in Deutschland von verschiedenen Berufen im Gesundheitswesen angewandt und man muß oft verschiedene manuelle Therapien kombinieren, um einen optimalen Erfolg zu erzielen. |
|
|
|
Bei funktionellen Beschwerden oder bei Leiden sind in der Regel keine verschreibungspflichtigen Medikamente oder invasiven Eingriffe notwendig, da keine Organzerstörung oder krankhafte Funktionsstörung ursächlich ist. Es sind Zeichen einer akuten oder chronischen Belastung, die noch nicht zu einer Erkrankung geführt haben. Bei Verdacht auf eine organische Erkrankung würden wir Sie, wie jeder seriöse Therapeut, immer auf fachärztliche Abklärung verweisen. |
|
|
|
bildgebende Darstellung von Strukturen des Wirbelkanals und der Wirbelsäule während sie bewegt werden. |
|
anderer Begriff für "Humoralmedizin" ( s.u. ) |
|
|
|
bezeichnet eine teigig diffus verquollene Schwellung, die während der Geburt im Bereich des Schädels entstehen kann. |
|
s.o unter "dura mater" |
|
|
|
ist in Deutschland die Bezeichnung für Berufe, wie Arzt oder Heilpraktiker, die in vollem Umfang und selbständig zur Stellung einer Diagnose an kranken Personen berechtigt sind, Krankheiten selbständig erkennen und behandeln dürfen. |
|
|
|
ist in Deutschland die Bezeichnung für Berufe, die auf Zuweisung von Ärzten oder Heilpraktikern arbeiten, wie z.B. der Physiotherapeut. Sie sind nicht in vollem Umfang zur Stellung einer Diagnose berechtigt, sondern arbeiten nur im Rahmen ihres Berufsbildes. |
|
|
|
bezeichnet in Deutschland einen Ausübenden der Heilkunde, der kein Arzt ist. Dazu ist eine bestandene staatliche Überprüpfung nowendig, in nachgewießen werden muß, daß man nach medizinischem Standard korrekt untersuchen und Risiken und Erkrankungen erkennen kann. Eine therapeutische Ausbildung in irgend einem Heilverfahren oder ein Praktikum muß nicht nachgewiesen werden. |
|
Deshalb verdienen viele deutsche Heilpraktiker ihr Geld allein als Wiederverkäufer einer gerätebasierten Placebowirkung ( s.u. ). Dazu schaffen sie sich meist völlig überteuerte, PC gesteuerte "alternative" "Diagnostik und Heilterminals" ( s.o. ) an. Diese Placebowirkung wird nicht selten genauso überteuert verkauft, wie es die Anschaffung derartiger Geräte ist. Kriminell ist es, wenn man Patienten mit derlei Geräten in Schrecken und Abhängigkeit versetzt, in dem man ihnen derart "objektiv nachgewiesene" Krankheiten und Tumore andichtet, ohne die Standards medizinischer Diagnostik einzusetzen oder wenn man damit gar Heilung von Tumoren verspricht. ( s.o. "Alternativmedizin", s.u. "Magie", s.u. "Scharlatan" ). |
|
Hingegen muß ein Heilpraktiker in vielen Kantonen der Schweiz der Zulassungsbehörde eine mehrjährige abgeschlossene Ausbildung mit einer Mindeststundenzahl nachweisen in medizinischer Ausbildung, zusätzlich in Humoralmedizin ( s.u. ) oder Naturheilkunde oder in einem anderen Naturheilverfahren. Ebenso muß meist ein mehrmonatiges Praktikum bei einem Arzt oder zugelassenen Heilpraktiker vor der Zulassung nachgewiesen werden. In einigen Kantonen erfolgt eine kantonale Prüfung. Die Kassenzulassung erfolgt nur nach Nachweis von Mindeststundenzahlen im Therapieverfahren. |
|
Die Erteilung der Staatlichen Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktiker) in Deutschland gilt nur für Deutschland und hat keine rechtliche Gültigkeit im Ausland. |
|
Kantonale Berufszulassungen im Gesundheitswesen in einem Schweizer Kanton sind nur in diesem Kanton, machmal auch im Nachbarkanton gültig. Sie haben keine rechtliche Gültigkeit in nicht benachbarten Kantonen oder im Ausland. |
|
|
|
bezeichnet einen in einem schweizer Kanton zugelassenen Heilpraktiker mit Spezialisierung in Ayurveda Medizin ( s.o. ). Im Gegensatz zu Deutschland muß ein Heilpraktiker mit Spezialisierung in Ayurveda in der Schweiz, zusätzlich zu seiner medizinischen Ausbildung bzw. der kantonalen Prüfung eine mehrjährige abgeschlossene Ausbildung in Ayurveda Medizin mit Mindeststundenzahl und ein Berufspraktikum in in Ayurveda Medizin der Zulassungsbehörde nachweisen. Kantonale Berufszulassungen im Gesundheitswesen in einem Schweizer Kanton sind nur in diesem Kanton gültig. Sie haben keine rechtliche Gültigkeit in anderen Kantonen der Schweiz oder im Ausland. |
|
|
|
bezeichnet einen in einem schweizer Kanton zugelassenen Heilpraktiker mit Spezialisierung in TCM ( s.u. ). Im Gegensatz zu Deutschland muß ein Heilpraktiker mit Spezialisierung TCM in der Schweiz, zusätzlich zu seiner medizinischen Ausbildung bzw. der kantonalen Prüfung eine mehrjährige abgeschlossene Ausbildung in TCM mit Mindeststundenzahl und ein Berufspraktikum in TCM der Zulassungsbehörde nachweisen. Kantonale Berufszulassungen im Gesundheitswesen in einem Schweizer Kanton sind nur in diesem Kanton gültig. Sie haben keine rechtliche Gültigkeit in anderen Kantonen der Schweiz oder im Ausland. |
|
|
|
als Hirnhaut oder Hirnhäute werden verschiedene Gewebeschichten bezeichnet, die zum einen den Schädel von innen auskleiden, also die harte Hirnhaut (dura mater s.o.), die das Gehirn selbst einfassen, also die weiche Hirnhaut (pia mater s.u.) und welche eine spinnwebartige Schicht zwischen beiden bilden, die Spinnwebhaut (arachnoidea s.o.). |
|
|
|
Spezielle Flüssigkeit in Kopf und Rückenmarkskanal, umhüllt das Nervengewebe und füllt Kammern und Kanäle darin. |
|
|
|
Religiös alchemistisches Herstellungsverfahren von Mitteln und entsprechendes Therapieverfahren. Die Theorie hierzu stammt aus der Alchemie des Mittelalters und wurde als neu herausgegeben von dem Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann. Die Mittel enthalten keine rational wirksam dosierten Wirkstoffe. Deshalb sind auch keine Angaben über Indikationen erlaubt. Therapiert werden auch keine Krankheitsbilder, sondern symtomatische Bilder von Abweichungen vom Normalzustand, als Ausdruck von Irrungen der Seele des Menschen. Die steuernde Information ist angeblich umso größer, je verdünnter ( "hoch potenzierter" ) die homöopathische Zubereitung, auch "Information" genannt, denn ist. |
|
Die Therapie geschieht mittels ordnender Rituale, in denen vom Homöopathen im Makrokosmos der Mittel nach Spiegelbildern gesucht wird, die möglichst genau auf das geschilderte, gestörte Bild als Abbild passen. Z.B. sagen in der Homöopathie die geistigen Botschaften in der Paralellwelt der Mittel dem Körper, was er und wie er wieder ordnen soll. Leider ist die Welt vielfältiger als die zur Verfügung stehenden Mittel. Dies führt regelmäßig zu Streit, welche der vielen Symptome man wie werten soll, welche vernachlässigbar erscheinen und welche nicht vorhanden sein müssen, um das Mittel trotzdem zu verschreiben. Die Kunst des Homöopathen besteht darin, dies überzeugend dem Patienten darzutun. |
|
Da es in der Homöopathie also primär um Magie und nie um physikalisch-chemische Wirksubstanzen geht, so ist es auch unerheblich, ob in den Mitteln derartiges nachzuweisen ist oder nicht. Die Idee der Homöopathie basiert auf dem Glauben an einen metapysischen Pantheismus der Seele. Homöopathie glaubt an die ordnende "Seele" in allen Dingen. Es geht in diesem Ritual darum, symptomatische Bilder mittels der reintegrierende ätherischen Kräfte zu heilen, welche im ordnenden, metaphysischen Abbild der realen Welt, also in der Signatur oder "Seele" eines Mittels gespeichert sind. |
|
Wie andere alchemistische Heilrituale, erzeugt auch die Gabe homöopathischer Mittel eine leichte Andacht oder Trance, wenn man ein Kügelchen genau dann und dann in der oder der Menge einzunehmen hat. Die Reintegration erfolgt nun nicht über das rational ordenende Alltagsbewußtsein oder einen real vorhandenen Inhaltsstoff, also nicht über rationale Einsicht oder Wirkung. Die Reintegration erfolgt über einen hochwirksamen Placeboeffekt, welcher über nicht rationale "höhere" Bewußtseinszustände die reintegrierenden Kräfte als "Selbstheilung" mobilisiert ( s.u. auch unter "Magie" ). Die Placebowirkung der Mittel wird deutlich gesteigert, wenn sie der Therapeut jedem Patienten mittels einer Spritze injiziert. |
|
Der große Verdienst der Homöopathie bestand darin, viele Menschen vor der Gabe von Schwermetallen und toxischen Stoffen bewahrt zu haben. Diese Vergiftungen durch die Medikamente der damaligen Zeit waren die Ursache vieler Folgeerkrankungen und Todesfälle. Z.B. verstarb Napoleon an der Dauertherapie mit Arsen. Diese Schwermetallmedizin übrtrug die Signaturlehre ( s.u. ) der Pflanzen kritiklos auf die Metallpräparate. Bis heute ist die Homöopathie das große Vorbild in der Anamnese ( Fallaufnahme ) durch die systematische Erörterung aller Lebensumstände. Dadurch holt sie alle möglichen Variablen ins Bewußtsein, die den Rahmen der Heilung bilden können. Hiervon sollte jeder Therapeut lernen. |
|
|
|
Damals "neues" Medizinsystem, das vor der heutigen Medizin bis ca. Mitte des 19. Jh. an den Universitäten in Europa gelehrt wurde. Es übernahm und veränderte ab dem 12. Jh. das Wissen der Klostermedizin ( s.u. ) der Benediktiner ( s.o. ) durch Übernahme neu übersetzter Texte aus der Arabischen Medizin (s.u. Unani Tib). 1130 im Konzil von Clermont wurde Ordensangehörigen die Ausübung der Heilkunde untersagt, die Klostermedizin damit verboten. Auch das Konzil von Tours im Jahre 1163 und die 4te Lateransynode im Jahre 1215 wiederholten das Verbot und so wurde das in der Klostermedizin bewahrte Wissen der Heilkunde und Heilmittel allmählich Teil der Ausbildung an den neu sich gründenden Universitäten. |
|
Diese neue Medizin entstand in Toledo in Spanien und im Schoße der Klostermedizin in Salerno, im damals normannisch regierten Teil Italiens. Man übersetzte an diesen Orten Schriften aus dem Arabischen und Griechischen ins Lateinische. Die neu gegründeten Universitäten machte in Europa medizinisches Wissen einer neuen Schicht von Heilkundigen zugänglich, die vor allem aus dem neu entstehenden städtischen Handelsbürgertum stammten. Sie nannten sich "Medicus", später "Arzt" (griech. archíatros, "Oberheiler"). Mit ihrem Erscheinen trat die Klostermedizin immer mehr in den Hintergrund. Humoralmedizin war zu Beginn v.a. Medizintheorie, die sich begründete auf die Übersetzungen arabischer Texte und auf das Wissen der Klostermedizin. Es gab keinen Austausch klinischer Erfahrung mit den islamischen Eroberern. Probleme wurden oft philosophisch "gelöst", was zur Belustigung anderer Fakultäten beitrug. |
|
Im 12 Jh. wurden die ersten Universitäten gegründet, im Jahre 1088 Bologna, Oxford 1167, Montpellier 1181, Cambridge 1209, Padua 1222, Neapel 1224 und Paris 1231. Medizinische Fakultäten entstanden erst mit der Zeit. Eine Ausnahme war Padua. Im Jahr 1436 hatte Padua, als größte aller medizinischen Fakultäten in Europa 16 dozierende Ärzte, Oxford einen. Ein Zehntel der Studenten in Padua studierten im Bereich Medizin. Bologna verlieh zwischen 1419 und 1434 insgesamt 65 medinische Abschlüsse und einen in Chirurgie. In Turin gab es von 1426 bis 1462 nur 13 Abschlüsse. Spätere Gründungen wie 1348 Prag, 1365 Wien, 1386 Heidelberg, 1388 Köln, 1392 Erfurt, 1402 Würzburg, 1409 Leipzig, 1419 Rostock, 1456 Greifswald, 1460 Basel, 1472 Ingolstadt, 1473 Trier und 1477 Tübingen bekamen meist und von Beginn an medizinische Fakultäten. Die traditionelle Lehrsprache war Latein. Der Zugang war international für Studenten aus allen Ländern offen. Das Studium in Humoralmedizin umfaßte 7 bis 10 Jahre und schloß mit dem Titel Bacchelaureus, der "Bekränzte" ab. |
|
Humoralmedizin war zu Beginn ein theoretisches Studium. Man mußte sich nach dem Studium der historischen Texte die klinische Erfahrung erst mühsam aneignen, denn ein Praktikum gehörte, mit Ausnahme von Bologna und Paris, nicht zur Ausbildung. So enstand wieder eine familiäre Wissenstradierung von praktischer Erfahrung in der Heilkunde, vor allem innerhalb verwandtschaftlicher Beziehungen in Arztfamilien. Das Klientel der neuen Medizin waren Adlige und Patrizier oder die Bürger einer Stadt. Geregelt wurde das Arztwesen in den Zunftordnungen. So war festgelegt, die Tätigkeit eines Arztes in Abgrenzung zu anderen Zünften, z.B. der Bader oder Scherer und wieviel Ärzte in einer Stadt erlaubt sind. |
|
Der Kaiser Friedrich II (1194-1250), ein Staufer, der selbst medizinisch ausgebildet war, erließ die erste verbindliche und einheitliche Regelung der medizinischen Ausbildung. Im August des Jahres 1231 verlangte er in den Konstitutionen von Melfi: "Im Hinblick auf den schweren Nachteil und den nicht wieder gutzumachenden Schaden, der aus der Unerfahrenheit der Ärzte entstehen könnte, befehlen wir, daß künftig keiner unter dem ärztlichen Titel es wagen soll zu praktizieren, wenn er nicht vorher in Salerno im öffentlichen Disput der Lehrbeauftragten durch eine Prüfung bestätigt ist." Weiterhin verfügte er, daß zuerst ein fünfjähriges Studium der Schriften des Galenos und des Hippokrates erfolgen müsse, bevor man zur Ausbildung in Anatomie und Chirurgie zugelassen würde. Um danach ein Anstellungsdekret als Arzt zu erhalten, es waren zu dieser Zeit Staatsbeamte, war noch ein einjähriges Praktikum bei einem Arzt erforderlich. |
|
Im 13ten und 14ten Jahrhundert versuchte man, das bekannte Wissen zu sammeln und zu systematisieren. Diese Werke wurden in die Volkssprachen übersetzt und es enstanden im 14ten und 15ten Jahrhundert umfassende Kräuterbücher. Durch den Seehandel kamen immer neue Substanzen aus aller Welt als "Heilmittel" in diese Heilkunde. Die großen Seuchen, die sich entwickelnde Alchemie und die sich entwickelnden Naturwissenschaften führten zu einem ständigen Infragestellen der alten Texte, zu neuen Erklärungsversuchen und zu einem eklektizistischen Konglomerat von Heilmitteln und Methoden. Im 16ten und 17ten Jahrhundert verwendete man heimische und orientalische Kräuter, chemische Verbindungen und Metallpräparate der Allchemie. In der Untersuchung gab es astrologische Berechnungen von Krankheiten und Modeerscheinungen wie der Urinschau. Im 18. Jh. war der Aderlaß die Modetherapie schlechthin. |
|
Durch Initiative von R. Virchow (1821-1902) wurden die naturwissenschaftlichen Fächer zur Grundlage der medizinischen Ausbildung. Ab Mitte des 19ten Jh. ist die Humoralmedizin aus den Universitäten verschwunden. Heute kennt man von der recht umfangreichen Humoralmedizin meist nur noch die oft sinnentleert benutzten Floskeln "entgiften, entschlacken und ausleiten". Mit dem Entstehen der Mikrobiologie, der pharmazeutischen Industrie und der Kriegschirugie ensteht das heutige Medizinsystem. Humoralmedizin wird bis heute unterrichtet als arabische Medizin ( s.o. ), bzw. Unani Tib ( s.u. ). Das Vollzeit - Studium in Unani Tib in Indien an entsprechenden Colleges dauert bis zum Titel des "Bachelor" 11 Semester. |
|
|
|
andere Bezeichnung für "Humoralmedizin" ( s.o. ) |
|
|
|
bezeichnet einen chemischen Vorgang, bei dem chemische Verbindungen durch Reaktion mit Wasser umgewandelt werden. Es entstehen daraus sogenannte hydrolisierte Spezialprodukte oder Hydrolyseprodukte, welche nicht mehr die ursprünglichen z.B. reizenden Eigenschaften besitzen. |
|
|
|
Der Vorgang, jemand anderen oder sich selbst in Trance ( s.u. ) bzw. hypnotischen Zustand zu versetzen und wieder herauszuführen. Die Begriffe Hypnose und Trance werden oft gleichbedeutend verwendet, wobei Trance mehr für den Zustand steht, Hypnose aber den Zustand und das Verfahren bezeichnen kann, um die Trance zu erreichen. Die Wirkungen, das Erleben der Hypnose und die Reaktionen sind individuell. Der Zustand der Trance ist unabhängig vom Hypnotiseur. Die Erfolge einer Hypnose sind immer von der inneren Einstellung des Hypnotisierten abhängig. Sicherheit und Vertrauen sind notwendige Voraussetzung, im Falle einer Selbsthypnose also Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. |
|
Zur Erzielung entsprechender Effekte werden, je nach Methode, sprachliche oder optische Hilfen oder wie beim Magnetic Healing ( s.u. ) oder der cranisakralen Osteopathie ( s. o. ), unterschiedliche Berührungsfolgen verwendet. Dies ergibt dann unterschiedliche Zugangs- und Wirkweisen der Trance. Man geht davon aus, daß bei der Hypnose ungefähr 1/3 der Menschen leicht in Trance zu versetzen sind, 1/3 schwierig und 1/3 nicht. Trance kann wie ein Betäubungsmittel wirken. |
|
Dies gilt ebenso für die
Anwendung manueller Techniken der Tranceerzeugung wie Reiki ( s.u. ),
Cranisakraler Therapie |
|
Auch die Behandlung von Kindern und Jugendlichen kann in bestimmten Fällen mit Hypnose oder Trance erfolgen. Durch bestimmte Bedingungen werden Kinder oder Erwachsene in eine Entspannungstrance ( s.u. ) gebracht. Dann übernimmt der Ausübende des Heilberufs die Führung und vertieft die Trance ( s.u. ). Mit zunehmender Erfahrung und oft recht schnell können dann Erwachsene, Jugendliche und die Kinder die Selbsthypnose ( s.u. ) mittels individueller Techniken erlernen. Motivation hierfür ist das erlebte Körpergefühl der Entspannung und Ruhe. Die therapeutische Hypnose oder Trance von Säuglingen, wie auch die therapeutische Behandlung von Tieren mittels hypnotischer Verfahren ist fraglich wirksam. |
|
bezeichnet eine Verbindung zwischen der hinteren Beckenmitte, dem Kreuzbein (Sakrum bzw. Sacrum) und dem rechten und linken Beckenknochen, auch rechtes und linkes Darmbein (Ilium) genannt. Mechanische Kräfte der Muskeln von Oberarm, Rücken, Bauch, Po und Beinen werden im Bereich Leiste, Kreuzbein, Beckenkamm und unterer Rücken integriert und können so als Folge von hohen Spannungen auch im Bereich dieses Gelenks Schmerzen auslösen. |
|
|
|
bedeutet das Anzeiger-Symptom, (index heißt Anzeiger). Dies ist das am deutlichsten sichtbare Anzeichen, das aber deshalb noch lange nicht die Ursache selbst ist. Diese kann sich an ganz anderen Stellen befinden. |
|
|
|
bedeutet der Anzeiger-Patient, (index heißt Anzeiger). Dies ist in einer Gruppe der Mensch, der am deutlichsten als Betroffener sichtbare Anzeichen zeigt, aber die Ursache dafür nicht selbst nicht in sich trägt oder in sich tragen muß. |
|
|
|
bedeutet in der Gebärmutter oder auch "in der Zeit, solange sich das werdende Kind in der Gebärmutter befindet." |
|
|
|
Ineinanderlaufen - damit bezeichnet man in der Medizin einen Vorgang, bei dem ein Teil des Darms sich in den folgenden Abschnitt hineinbewegt, dieser nachfolgende Teil also darüber gestülpt ist. Und zwar schiebt sich dabei ein dem Mund näher gelegenes Teil des Darms in einen Darmabbschnitt, der näher am Darmausgang liegt. Meist schiebt sich dabei das Dünndarmende in den Dickdarmkanal vor. Dies kann vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten. Dadurch kommt es zu Störungen der Darmpassage und die Kinder verfallen. Die Invagination hat typische Anfangssymptome. Sie beginnt plötzlich aus dem Nichts. Die Kinder schreien auf, haben Bauchschmerzen und erbrechen sich. Die sich anschließende Ruhephase bedeutet eben nicht, daß das Problem vorbei sei. Suchen Sie in solchen Fällen umgehend einen Kinderarzt auf! |
|
|
|
Nichtmedizinisches, "alternatives" Konzept zur Benennung von eventuellen Reaktionstendenzen im Stoffwechsel, anhand der Struktur und Farbgebung der Iris eines Menschen. Diese Tendenzen sollen möglicherweise einmal zu Erkrankungen führen können. Dies kann aber auch nicht der Fall sein. |
|
|
|
volkstümliche aber meist falsche Bezeichnung für jegliche Art von ziehenden oder drückenden Schmerzen im Po oder im Bein, da der Hauptnerv im Bein, der "Ischias" eher selten die Ursache für ziehende oder drückende Schmerzen im Bein ist. Diese Bezeichnung ist auch nicht identisch mit der medizinischen Benennung von Schmerzen durch Druck auf eine Nervenwurzel, der "Ischialgie" verursacht durch einen Bandscheibenvorfall. Bandscheibenvorfälle sind nur in ca 2% der Fälle ursächlich für Schmerzen in Po und Beinen. Bandscheibenvorfälle als Ursache von Schmerzen werden anhand der Funktionsausfälle und durch bildgebende Verfahren festgestellt, im Zweifelsfall durch eine Funktionsmyelographie ( s.o. ) Sie sind NICHT durch ein normales Röntgenbild feststellbar, da man die Bandscheiben darauf gar nicht sehen kann! |
|
bezeichnet eine manuelle Behandlungsmethode aus Indien |
|
|
|
bedeutet in der indischen Sprache Sanskrit - "Innere Erkrankungen" |
|
|
|
bezeichnet ein Verhältnis von Ursache und Wirkung, bei der von der Mehrzahl der Beteiligten und Beobachter eine ursächliche Verbindung von erfahrenen Umständen oder erlebten Ereignisse als relativ sicher vermutet wird. |
|
|
|
s.u. unter: "Kopfblutgeschwulst" |
|
|
|
1) umgangsprachliche Bezeichnung für das medizinische
Untersuchungsverfahren
(s.u. bei MRT) mittels des Phänomens des Kernspins.
|
|
|
|
s.u. unter: "MRT" |
|
|
|
bezeichnet in Deutschland das systemische Konzept der Heilkunde Osteopathie ( s.u. ), angewandt in der Kinderheilkunde. Die Osteopathie für Kinder ist üblicherweise nicht Teil der berufsbegleitenden Osteopathie Ausbildung in Deutschland. Ein in Deutschland teilweise vertretener, manueller, "ganzheitlicher" Fundamentalismus ( s.o. ) eines rein manuell arbeitenden "Osteopathen" führt nicht selten zu einem pseudowissenschftlichen Vorgehen und zu ideologisch gefärbter Einseitigkeit. Dem stehen über 50 000 modern ausgebildete Fachärzte in den USA als Osteopathen D.O gegebüber, die gelernt haben fachmedizinisch und systemisch zu arbeiten und zusätzlich "osteopathisch" manuell zu behandeln, falls notwendig. |
|
Ein Osteopath D.O. ist in den USA ein professional degree, also der Titel einer Facharztausbildung auf College Niveau und kein universitärer Doktortitel. So ist ein osteopathischer Kinderarzt in den USA eben ein Osteopath D.O.". Unserer Erfahrung nach sollte auch in Deutschland ein Therapeut, der im systemischen Konzept der Heilkunde Kinderosteopathie arbeitet, entweder Kinderarzt oder Heilpraktiker der Naturheilkunde für Kinder sein. Er sollte Zusatzausbildungen speziell für Kinder im Bereich osteopathisch manueller Behandlung abgeschlossen haben, um systemisch arbeiten zu können. |
|
Ergänzend sinnvoll wäre auch eine Ausbildung in Pädagogik, Sonderpädagogik und / oder in Diätetik, da diese Aspekte nicht Teil des Fachbereichs osteopathisch manuelle Behandlung sind, Obwohl Kinderosteopathie in den USA eine Ausbildung zum Facharzt der Kinderheilkunde auf College Niveau ist, wird in Deutschalnd der zusätzlich für Berufe im Gesundheitswesen unterrichtete Fachbereich "Osteopathisch manuelle Behandlung" fälschlicherweise oft schon allein als Kinder Osteopathie bezeichnet. Dies führt nicht selten zur völligen Überbewertung rein manueller, z.B. Craniosacraler ( s.o. ) Behandlungsmöglichkeiten und demzufolge auch zur Ausblendung sinnvoller und effektiver Behandlungsansätze. |
|
Bei funktionellen Beschwerden der Kinder und bei Verhaltens - Regulationsstörungen von Säuglingen sind oft mehrere Fachgebiete mehr oder weniger gleichzeitig betroffen, so daß das systemische Konzept der Heilkunde Osteopathie die fachübergreifende Zusammenarbeit gezielt fördert. Dazu sollte ein Therapeut aus dem systemischen, fachübergreifenden Konzept der Kinderheilkunde Osteopathie eben mehr können, als nur das Fach osteopathisch manuelle Behandlung. |
|
|
|
KISS - Kopfgelenk Induzierte Symmetrie Störung. Eine Hypothese mancher Manualtherapeuten, die aus der Chiropraktik ( s.o. ) kommen und dort die "Atlas-Therapie" ( s.o. ) favorisiert hatten. Laut KISS - Hypothese sollen Asymmetrien im Bereich der Körperhaltung eines Säuglings durch eine funktionelle Fixierung der oberen Kopfgelenke verursacht sein. Dies kann in seltenen Fällen zutreffen. Diese, auf die Kopfgelenke bezogene Sichtweise wird von ihren Verfechtern auch als Erklärung benutzt für alle möglichen Probleme wie Leseschwäche, Verdauungstörungen usw. (s.o. "Atlas Therapie") |
|
|
|
Heilkunde, die an Klöstern von Mönchen ausgeübt wurde und wird. In Europa umfasst diese Epoche v. a. die Zeit vom 8ten bis zum 12ten Jahrhundert. Napoleon zerstörte im Jahr 1803 die Klostermedizin durch die Konfiszierung der Klöster. Es gelang ihm dadurch, das enorme französische Staatsdefizit zu verringern, daß dem gestürzten König enstanden war, einerseits durch den aufwendigen Krieg gegen die Engländer in Nordamerika und andererseits durch Steuer- und Ernteausfälle in Folge mehrerer verheerender Vulkanausbrbrüche auf Island, aus über 120 Kratern des Grímsvötn und des Laki, die von 1783 bis 1785 angedauert hatten. Dieses Staatsdefizit war eine der wesentlichen Ursachen für die französische Revolution gewesen. Napoleon konfiszierte alle Klöster in den von ihm eroberten Gebieten Europas und bestach damit seine Vasallen. Er zerstörte damit die ökonomische Verflechtung vieler landwirtschaftlicher Regionen. |
|
In Europa gründet sich die Klostermedizin auf Benedict von Nursia/Norcia (480 - 547). Er gründete im Jahre 529 das Kloster Monte Cassino. Durch US - amerikanische Bombardements wurde es am 15. Februar 1944 völlig zerstört, obwohl die deutsche Armee die Freihaltung des Klosters von Kampfhandlungen den Alliierten bekannt gegeben hatte. Ein großer Teil des Archives und die Bibliothek mit 80 000 Urkunden und 70 000 Bänden konnten gerettet werden. 1954 wurde der Wiederaufbau vollendet. Es ist heute Weltkulturerbe. Zum ersten Mal wurde Monte Cassino bereits im Jahre 577 von den Langobarden zerstört und erst im 8ten Jahrhundert auf Veranlassung des Papstes Gregor II wieder aufgebaut. Als Karl der Große (747 - 814) im Jahre 787 auf dem Monte Cassino weilte, stattete er das Kloster mit vielen Privilegien aus. |
|
Die Regeln des Benedicts vom Monte Cassino wurden im Jahre 743 durch königliches Geheiß im ganzen karolingischen Herrschaftsgebiet verbindlich. Kapitel 36 und 48 regeln die Sorge für schwache und kranke Brüder. Kapitel 53, Vers 15, "Von der Aufnahme der Gäste" war Grundlage der Sozialfürsorge und der Arbeit in Hospitälern der Klöster. Auch wurden die spätantiken Medizinalgärten weitergeführt, wie sie im Liber medicinalis des Quintus Serenus beschrieben werden. Zur Zeit Walafrids (808 - 849) war dieses Lehrgedicht aus 1107 Hexametern sehr geschätzt. Walafrid mit Beinamen Strabo war Mönch im Kloster Reichenau, der führenden Abtei im fränkischen Reich. Er wurde 829 Lehrer Karls des Großen und 838 bzw. ab 842 Abt von Reichenau. Er verfaßte den Hortulus, das "Lehrgedicht vom Gartenbau". |
|
Im Jahre 883 überfielen islamische Sarazenen, die Süditalien erobert und besetzt hatten das Kloster. Sie brannten es zum zweiten Mal nieder. Erst Mitte des 10ten Jahrhunderts war es wieder aufgebaut. Zu dieser Zeit (um 900) entstand auch die Medizinschule des Klosters Monte Cassino in Salerno, die Scuola Medica Salernitana. Kaiser Friedrich II (1194-1250) bestätigte im Jahr 1231 die herausragende Rolle der Medizinschule von Salern. In den Konstitutionen von Melfi gebot er: "Im Hinblick auf den schweren Nachteil und den nicht wieder gutzumachenden Schaden, der aus der Unerfahrenheit der Ärzte entstehen könnte, befehlen wir, daß künftig keiner unter dem ärztlichen Titel es wagen soll zu praktizieren, wenn er nicht vorher in Salerno im öffentlichen Disput der Lehrbeauftragten durch eine Prüfung bestätigt ist." |
|
In Salerno in der Scuola Medica Salernitana lehrte ab 1077 der Benediktinermönch Constantinus Africanus (1020 - 1087 n. Chr.). Er war früher Kräuterhändler gewesen und hatte dabei medizinische Schriften erworben auf seinen Reisen nach Nordafrika. Ab 1078 übersetzte er mit seinen Schülern im Kloster Montecassino diese Texte aus dem Arabischen ins Latein. Interessant sind auch die Kommentare des Magisters Archimatheus Salernitanus (d.h. "aus Salern") aus der 2. Hälfte des 12. Jh zu Werken von Hippokrates und Johannitius (Hunain ibn Ishâq). Das Liber medicinalis des Arztes Quintus Serenus aus der zweiten Hälfte des 4ten Jh. ordnet 64 komplexen Befunden ca. 420 Rezepte zu. Es war neben den Schriften des Dioskurides, des Galenos und des Caelius Aurelianus eines der Hauptwerke der Klostermedizin. Das älteste deutschprachige Arzneibuch ist das Lorscher Arzneibuch aus dem frühen 9ten Jahrhundert. Darin werden vor allem Arzneidrogen aus Mitteleuropa für den Gebrauch in der Reichsmedizinalversorgung empfohlen, um eine kostengünstige Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, denn teure orientalische Kräuter konnten sich nur noch Reiche leisten. |
|
Eine der herausragensten Vertreterinnen der Klostermedizin war die heilige Hildegard von Bingen (1098 - 1179), eine Seherin, die in der Frauenklause des Benediktinerklosters auf dem Disibodenberg ausgebildet wurde. Später wurde der Klosterplan von St. Gallen die architektonische Blaupause für die Integration der Heilkunde in das Klosterleben. |
|
1130 im Konzil von Clermont wurde allen Ordensangehörigen die Ausübung der Heilkunde untersagt. Auch das Konzil von Tours im Jahre 1163 und die 4te Lateransynode im Jahre 1215 wiederholten das Verbot und so wurde das in der Klostermedizin bewahrte Wissen allmählich Teil der Ausbildung an den neu sich gründenden Universitäten. Ungeachtet der Verbote bestand die Klostermedizin weiter bis 1803, als Napoleon viele Klöster einfach konfiszierte, sie einverleibte oder sie seinen neuen Vasallen zum Geschenk machte. So wurde auch die Insel Reichenau und eines der größten Klöster, Salem am Bodensee, konfisziert und "großzügig" dem Markgrafen von Baden übereignet. Als Ausgleich für den Verlust der Klöster und Ländereien wurde auf dem Wiener Kongress, gegen den Widerstand der Kirchen, die Einführung der Kirchensteuer beschlossen. Die Adelshäuser sahen dies als für sie tragbarste Variante, alles zu behalten und die Kirchen zu entschädigen. Der Zugewinn mancher Adelshäuser war mehr als das, was Napoleon ihnen im Elsaß weggenommen hatte. Viele Schriften konfiszierter oder zerstörter Klöster befinden sich in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe. Die Glocken des Klosters Salem fand man jetzt in der Schweiz. Eine Rekonstruktion des ehemaligen Geläuts existiert auf CD. |
|
|
|
ist ein medizinisch anerkanntes, naturheilkundliches Behandlungskonzept, welches neben dem traditionellen Schneegehen, Wassertreten und Taulaufen die Menschen vor allem mit verschiedenen Güssen und Gußtechniken, Bädern, Wickeln und Packungen behandelt. |
|
|
|
bezeichnet eine Fähigkeit, mit dem eigentlichen Problem besser umzugehen. |
|
|
|
bezeichnet v.a. traditionelle arabische, indische und chinesische Medizinsysteme, sowie die Klosterheilkunde ( s.o. ) und Humoralmedizin ( s.o. ) in Europa. Sie werden bei uns in manchen Bereichen als komplementär (ergänzend) zum heutigen westlichen Medizinsystem verstanden. Alte Medizinsysteme beschreiben immer augenblickliche, momentane, mit normalen Sinnen, ohne Hilfsmittel sichtbare Systemaspekte. Die Erscheinungen werden in beschreibende "als ob" Raster eingeteilt. Die Arbeitshypothesen und normativen Elemente - Modelle der Symptomzuordnung sind einander ähnlich. |
|
Man beschreibt systemisch alle Abweichungen vom "Normalzustand" im Gesamtbild eines Individuums, um daraus die Therapie abzuleiten. Diese systemische Beobachtung ohne moderne Hilfsmittel eignet sich zur Behandlung mittels Arbeitshypothesen. Die Kontrolle und Modifizierung der Therapie erfolgen engmaschig aufgrund der all diesen Methoden innewohnenden Unschärfe. Ziel ist die Ausbalanzierung der momentanen Abweichung des Systems von seinem Gesundheitszustand. Störfaktoren wie schlechte Emotionen, Ernährung und schlechtes Verhalten werden gleichrangig gewichtet. Eine weiteres Bindeglied dieser Systeme ist ihre Betonung der notwendigen Einbindung der Menschen in naturnahe Lebensweise und Vorherrschaft natürlicher Lebensrhythmen, das regelmäßige Erleben von Ganzheit, um die Wahrnehmung von sozialer "Abtrennung" eines Menschen oder von Körperfunktionen und Teilen wieder aufzuheben. |
|
|
|
Zusammenballung, Gemisch |
|
|
|
bezeichnet eine Schwellung am Kopf des Säuglings mit blutigem Inhalt, welche sich meist in den ersten Lebenstagen im Bereich einer Schädelplatte voll entwickelt. Sie überschreitet nie die Nahtlinien zwischen den Schädelplatten. |
|
|
|
s.o. unter: "Craniale Osteopathie" |
|
|
|
so wurden im Rahmen der deutsch/österreichischen Wehrpsychiatrie ( s.u. ), während und nach dem ersten Weltkrieg Soldaten mit posttraumatischer Belastungsstörung ( s.u. ) bezeichnet. Die "Kriegszitterer" zitterten unkontrolliert, konnten nicht aufrecht stehen, wollten nichts essen und hatten oft schon beim Anblick von bestimmten Gegenständen panische Angst. Man nahm an, daß ihr Verhalten durch Druckwellen und Knall explodierender Granaten verursacht sei. |
|
bedeutet den Mangel eines zur Verdauung von Milchzucker notwendigen körpereigenen Stoffes. |
|
|
|
s.u. unter "off label", "off label use" |
|
|
|
s.u. unter: "Hirnflüssigkeit" |
|
|
|
Eine Bewegung des Liquors erfolgt von den Stellen seiner Bildung in den Ventrikeln ( s.u. ) bis zu seiner Aufnahme in die ableitenden Blutgefäße. Auswirkungen auf den Hirndruck haben das Blutvolumen in den Gefäßen des Gehirns, der Druck in der Hirnflüssigkeit, der sich in den Blutgefäßen rhythmisch ändernde Druck (auch abhängig von Körperposition und Atmung) und vor allem der Gehalt an gelöstem Kohlendioxid (natürlicher Bestandteil der Luft) in Blut und Hirngewebe. Normale Druckschwankungen können durch Reserveräume aufgenommen werden, die Volumenzunahme eines der Kompartimente wird durch Volumenabnahme in anderen Kompartimenten kompensiert. |
|
Eine Untersuchung des Augenhintergrunds kann Hinweise auf einen erhöhten Druck in der Hirnflüssigkeit geben. Bei Säuglingen können zusätzlich auch charakteristische Veränderungen am Kopf Zeichen dafür sein. Ein erhöhter Hirndruck ist Hinweis auf eine Erkrankung. Dabei folgt die Beziehung zwischen Druck und Volumen einer exponentiellen Kurve, weil ein zunehmendes Volumen in einem Kompartiment zunächst noch durch Reserveräume kompensiert werden kann. Meist sind die Zeichen der für die Druckerhöhung ursächlichen Erkrankung deutlicher sichtbar als die der Druckerhöhung. |
|
Eine Wahrnehmung rhythmischer Veränderung des normalen Hirndrucks kann mit den Händen am Kopf nicht erfolgen. Eine rein manuell "festgestellte" "Veränderung von Rhythmen in der Liquorbewegung" oder gar einer "Kompression eines Ventrikels ( s.u. )" ist eine Modediagnose ( s.o. ), Ausdruck von Scharlatanerie ( s.o. ) oder Unwissen. Diese Aussagen dienen bei funktionellen Beschwerden und Regulationsstörungen ( s.o. ) des Verhaltens der Säuglinge und Kinder meist als Vorwand für unseriöse, teure und langwierige manuelle Modetherapien und zur Beruhigung der Eltern. Bei diesen "Therapien" kommt es im Laufe oft monatelanger "Behandlung" im günstigen Fall zum von der "Therapie" unabhängigen Verschwinden von Symptomen. Dadurch verstreicht oft Zeit für sinnvolle Untersuchung und Behandlungen ungenutzt. |
|
|
|
bezeichnet einen Therapieform, bei der die Sprachentwicklung und das Sprechen gefördert wird |
|
Magische Heilverfahren werden je nach Zeitgeist und Kultur unterschiedlich benannt.
Dazu gehören der Schamanismus, Voodoo, Exorzismus, Elektroakupunktur, Bioresonanz, Magnetic Healing ( s.u. ),
Craniosakrale Osteopathie ( s.o. ), Reiki |
|
Magie ist ein Teil aller Heilsysteme, auch der modernen Medizin. Allerdings bemüht sich die moderne Medizin meist darum, diese Wirkmechanismen des Placeboeffekts ( s.u. ) bzw. des Noceboeffekts (s.u. ) zu erforschen und therapeutisch nutzbar zu machen, zusätzlich zum evidenzbasierten ( s.o. ) Wirksamkeitsnachweis ihrer Verfahren. Es spricht für ideologische Borniertheit von "Naturwissenschaftlern", sich über derartige, real nachweisbare Interaktionen und Wirkmechanismen bei anderen Menschen und Kulturen lustig zu machen, ohne die magischen Anteile im eigenen Bewußtsein und therapeutischen Verhalten kritisch zu reflektieren und damit produktiv nutzen zu können. |
|
So gibt es deshalb z.B. einen Fachbereich Psychoneuroimmunologie in der Medizin, oder die parapsychologische Beratungsstelle des Landes Baden Württemberg in Freiburg, die solche Zusammenhänge erforschen. Erforscht wird zur Zeit in der Placeboforschung die Änderung der Medikamentenwirkung oder der Immunreaktionen durch solche Effekte. So vermutet man, daß z.B. Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen dadurch moduliert werden können. |
|
Die Magie ist meist nur dann ersichtlich, wenn von einer höheren Warte, also von einer reflektierenden Metaebene aus, die Vorgehensweisen in unterschiedlichen kulturellen Wertesystemen miteinander verglichen werden, quasi gegenläufig. Die moderne Medizin geht in ihren Forschungen bisher meist von zwei Bewußtseinszuständen aus, dem Wachbewußtsein und dem Schlaf. Die Magie wiederlegt diesen Glauben. Magie war deshalb schon immer ein Teil der Medizin gewesen. So gehörte die korrekte Sprechweise des Wortes Abrakatabra zur Ausbildung der mittelalterlichen Ärzte. Die Zeiten zur Ausführung des Aderlasses waren für alle Körperteile an den Stand der Gestirne gekoppelt, um Ordnung herzustellen. |
|
Das naturwissenschaftliche Verständnis tendiert dazu, das rationale Alltagsbewußtsein als sicher anzunehmen, Abweichungen davon werden als "krankheitsverdächtig" eingestuft. Magie beruht hingegen auf der Tatsache, daß Menschen verschiedene Wachbewußtseinszustände einnehmen können. Magie geht davon aus, daß feindliche, den Körper zerstörende Kräfte, eine geordnete Funktion nicht mehr zulassen. Diese real erlebbaren oder "objektiv" nachweisbaren, zerstörerischen Phänomene nennt man, je nach kulturellem Werte- bzw Zuordnungssystem: Geister, Dämonen, Irsinn, Ketzerei, Besessenheit, Feind, Gegner, gestörte Aura, schlechtes Verhalten, Käfer, Bakterien, Viren usw. |
|
Um zu gesunden, muß also wieder Ordnung geschaffen werden durch Zuhilfenahme übergeordneter, ordnender Systeme. Dies geschieht nun wiederum unterschiedlich, je nach kulturellem Hintergrund. Diese Systeme oder Kräfte wurden im Schamanentum Geister, heilige Quellen, magische Orte, im Mittelalter Gott oder Makrokosmos, zu Zeiten der Aufklärung Heilmagnetismus oder Quinta Essentia, im modernen Medizinsystem Medikamente oder Chirurgie genannt. Die Medikamente wurden seit Urzeiten nach einer Ähnlichkeit zu den Symptomen ausgesucht mittels der Ähnlichkeits- oder Signaturlehre. Heute vertritt man die Signaturlehre modifiziert als Schlüssel - Schloß Prinzip der Rezeptoren im Körper. |
|
"Medica mente" bedeutet hingegen eher grundsätzlich die Heilung mittels der Fähigkeit, sich und die Welt sinnhaft ordnen zu können, um handlungsfähig zu bleiben. Medikamente sind also Mittel und Verfahren, die wieder Ordnung herstellen helfen, wo Unordnung und Unverständnis das Weiterleben gefährden, wo die Kommunikation der Teile gestört ist. Dies kann am wirksamsten mit Mitteln geschehen, welche eine vom Bewußtseinszustand unabhängige, evidenbasierte ( s.o. ) Wirkung entfalten. Zusätzlich können magische bzw. Placebo- bzw. Nocebooeffekte (s.u. ) eine wichtige Rolle spielen. |
|
Magische Verfahren versuchen nun, kulturspezifisch ein Setting zu entwickeln, daß die Menschen darin unterstützt, sich über erweiterte Bewußtseinszustände auf intuitiven, "erweiterten" Bewußstseinsebenen, in und mit sich selbst quasi zu reintegrieren. Dies geschieht zumeist über verordnete, ordnende Rituale oder über nicht rationale Bewußtseinszustände des Wachbewußtseins wie Trance oder Extase. Das rationale Alltagsbewußtsein kann diese Kräfte nicht entwickeln. |
|
Die reintegrativen Kräfte bedürfen eines Vermittlers, des Magiers, da der Kranke ja genau deshalb krank ist, weil er diese integrierenden Kräfte allein nicht mehr mobilisieren kann. So wird dem "Mikrokosmos" des Patienten, wieder ein eigener Rhythmus und Sinnhaftigkeit verliehen, mittels des im ritualisierten Setting aktivierten "Makrokosmos". Dies kann allein schon mittels ordnender Rituale geschehen, in denen vom Homöopathen im Makrokosmos der Mittel nach Spiegelbildern gesucht wird, die möglichst genau auf das geschilderte, gestörte Bild als Abbild passen. Z.B. sagen in der Homöopathie die geistigen Botschaften in der Paralellwelt der Mittel dem Körper, was er und wie er wieder ordnen soll. Leider ist die Welt vielfältiger als die zur Verfügung stehenden Mittel. Dies führt regelmäßig zu Streit, welche der vielen Symptome man wie werten soll, welche vernachlässigbar erscheinen und welche nicht vorhanden sein müssen, um das Mittel trotzdem zu verschreiben. Die Kunst des Homöopathen besteht darin, dies überzeugend und sicher dem Patienten zu vermitteln. |
|
Da es in der Homöopathie oder bei den Schüßler Salzen also primär um Magie und nie um physikalisch-chemische Wirksubstanzen geht, so ist es auch unerheblich, ob in den Mitteln derartiges nachzuweisen ist oder nicht. Sie basieren auf einem metapysischen Pantheismus der Seele. Es geht um die ordnende "Seele" in allen Dingen, hier im religiös pantheistischen Sinn. Es geht in diesem Ritual darum, die reintegrierenden ätherischen Kräfte zu mobilisieren, welche im ordnenden metaphysischen Abbild der realen Welt, also in der Signatur oder "Seele" eines Mittels gespeichert sind. Krankheit ist Unordnung. Magische Rituale sind deshalb immer regelgeleitet, ohne Ordnung gibt es keine Heilung. |
|
Das alchemistische Heilritual erzeugt eine leichte Andacht oder Trance, wenn man ein Kügelchen genau dann und dann in der oder der Menge einzunehmen hat. Die Reintegration erfolgt nun nicht über das rational ordenende Alltagsbewußtsein und nicht über einen real vorhandenen Inhaltsstoff, also nicht über rationale Einsicht oder Wirkung. Die Reintegration erfolgt primär über einen hochwirksamen Placeboeffekt, welcher über nicht rationale "höhere" Bewußtseinszustände die reintegrierenden Kräfte als "Selbstheilung" mobilisiert. Ziel dabei ist es, die zerfallenden Teile wieder zueinander zu bringen, welche durch trennende Kräfte geschädigt werden. Magie ist also unbewußt ein Bedürfnis von Menschen, welche sich im Zustand der Hilflosigkeit befinden. Deshalb wird man immer auch Magie als Teil der Selbsttherapie finden. |
|
Auch in der modernen Medizin ist magisches Denken ein bedeutender Teil der Menschen, die in diesem Wertesystem arbeiten. Der unerschütterliche Glaube an die Aussagekraft von egal welchen Parametern erhöht sich oft allein dadurch, daß sie schwarz auf weiß vorliegen. Kaum einer hinterfragt, welcher der Parameter, die da auf dem Laborblatt stehen, wirklich evidenbasiert ( s.u. ) ist. Röntgen- oder MRT ( s.u. ) - Bilder dienen allzu oft dazu, z.B. dem Patienten eine Geschichte über den "objektiven" Zustand seiner Wirbelsäule zu erzählen. In der Alternativmedizin liefern alternative Computer zweifelsfreie "Diagnosen", die das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Dies hat dazu geführt, daß heute kaum noch ein Arzt oder ein alternativmedizinischer Heilpraktiker den Patienten anlangt, um ihn von Kopf bis Fuß gründlich körperlich zu untersuchen und um so mit allen Sinnen des Therapeuten, Qualität und Funktion zu beurteilen. |
|
Wir empfehlen im Interesse von Patienten und Therapeuten nur die Anwendung seriöser magischer Verfahren. Dies sind solche, welche nicht mit einem "Schneeballsystem" der Geldmacherei gekoppelt sind. Es ist unserer Meinung nach unklug, teure "Alternativgeräte" zu nutzen, von denen vor allem die Hersteller profitieren. Es sind auch Verfahren unnötig, welche zusätzliche Kosten durch den Kauf inhaltsleerer Mittel verursachen. Auch ist der mittelalterliche Ablasshandel mit Talismanen wie z.B. Magnetmatten, Glückswasser o.ä. nicht erforderlich, um magische Heilwirkungen zu erzeugen. |
|
Als gute magische Verfahren gelten hingegen das
gut geführte, aufklärende Patientengespräch, das Märchen- oder Geschichtenerzählen für Erwachsene oder Kinder
oder hypnotherapeutische Verfahren mit akustischer, optischer oder haptischer ( über Berührung )
Herbeiführung tranceähnlcher Zustände. Dies kann z.B. eine gute craniosakrale Therapie |
|
|
|
Therapie des "Handauflegens". Eine alte Heilweise, bei der Hypnose durch Berührung herbeigeführt wird. ( siehe auch oben "Craniale Osteopathie" ) |
|
|
|
s.u. unter: "MRT" |
|
|
|
s.o. unter "Behandlung, manuelle" |
|
|
|
s.o. unter: "Fundamentalismus, manueller" |
|
|
|
bedeutet in der indischen Sprache Sanskrit "Wachpunkt" bzw. "Warnpunkt". |
|
|
|
angeborenes Divertikel ( s.o. ), Es ist ein abzweigendes T Stück der Darmwand, schlauch- oder handschuhförmig und kann bis zu 10 cm lang sein. Es ist der Rest eines Darmstücks, daß jeder Embryo hat und das sich normalerweise vollständig zurückbildet. Es ist eine der möglichen organischen Ursachen für chronische Bauchschmerzen und Übelkeit bei Kindern. Nicht immer müssen schwerere oder akute Symptome die Folge sein. Deshalb raten wir auch bei leichten chronischen Beschwerden der Kinder immer dazu, auch organische Ursachen bei einem Kinderarzt ausschließen zu lassen. |
|
|
|
bedeutet eine Entzündung der Hirnhäute |
|
|
|
bezeichnet in der Medizin ein bildgebendes Untersuchungsverfahren zur Darstellung von Strukturen im Inneren des Körpers. Abkürzend wird es umgangsprachlich auch Kernspin ( s.o. ) genannt. |
|
|
|
bezeichnet in der Medizin ein Vorgehen, bei dem bestimmte Erscheinungen verschiedenster Ursache mit einem vereinfachenden Begriff belegt werden. Wie ein sogenannter Ohrwurm in der Musik weiß jedermann sofort was gemeint sein könnte, diagnostiziert und benennt nun selbst seine Leiden so und leidet oft auf die durch den Begriff vorgegeben Art und Weise. Oft kommen die Patienten schon mit dieser eingängigen Benennung ihres Leidens (z.B. "übersäuert" s.u.) zum Therapeuten und erwarten die entsprechende Modetherapie ( s.u. ) (s.o. auch "Entgiften Entschlacken, Ausleiten"). |
|
|
|
s.u. unter "off label", "off label use" |
|
|
|
bezeichnet in der Medizin ein therapieähnliches Vorgehen, nachdem bestimmte Erscheinungen verschiedenster Ursache mit einem vereinfachenden Begriff belegt wurden (Modediagnose s.o.). Wie ein sogenannter Ohrwurm in der Musik weiß jedermann sofort was gemeint sein könnte und glaubt, durch dieses Vorgehen wieder gesund zu werden. Da es sich bei Modetherapien meist um Begriffe aus dem täglichen Gebrauch handelt, werden sie auch von jedem "verstanden". |
|
|
|
bezeichnet einen Therapieform, bei der v.a. die Bewegungsentwicklung gefördert wird. |
|
|
|
bedeutet soviel wie "mehrere verschiedene Konzepte benutzend" |
|
Übergeordneter Begriff für die Ausübung verschiedener Naturheilverfahren ( s.u. ) |
|
|
|
Erstmals von Vinzenz Priessnitz ca. 1848 benutzte Bezeichnung für eine Kombination der Naturheilverfahren Bewegung, Wasseranwendung und Mischkost. |
|
|
|
das Hineingehen in negative, belastende Bilder während einer Trance. Dies führt zu Dystrance (s.u. bei Trance) |
|
|
|
s.u. unter NOI |
|
|
|
bezeichnet einen Zweig der Medizin, der sich mit Veränderungen des Nervensystems bei Wesensveränderungen befaßt. |
|
|
|
Nocebo ( von lat. nocere = schaden ) -wirkung werden alle die negativen Reaktionen an Leib und Gemüt eines Patienten genannt, welche nicht auf der spezifischen Wirksamkeit einer Behandlungsmethode oder eines Medizinprodukts beruhen, sondern auf dem Setting, der Arzt-Patienten Interaktion und dem Bewertungsprozess der Therapie durch den Patienten. ( s.u. auch bei "Placebo" ) |
|
|
|
ist ein manuelles Behandlungskonzept für funktionelle Probleme im Bereich der Verläufe peripherer Nerven, soweit sie denn manuell behandelbar erscheinen. |
|
|
|
bezeichnet das manuelle Heilverfahren "Thai Yoga Massage", das traditionell in Thailand v.a. von den Reisbauern angewandt wird. Man unterscheidet eine mehr im Norden und eine mehr im Süden Thailands ausgeübte Variante. |
|
bedeutet jemanden, der ein Studium der Ernährungswissenschaft absolviert hat |
|
|
|
Off label bedeutet "Zulassungsüberschreitung" und meint die Verordnung und Anwendung eines Fertigarzneimittels außerhalb des von den Zulassungsbehörden für Arzneimittel genehmigten Gebrauchs. Diese Überschreitung der Zulassung kann sowohl die Anwendungsgebiete, die Dauer der Behandlung und die Dosierung betreffen. Zumeist handelt es sich beim off label Einsatz von Arzneimitteln um sogenannte "Life Stile Drogen". Dies sind Medikamente, die man ohne Krankheitsursache anwendet, um eine bessere "Performance" zu erreichen. Gemeint ist damit die harte Tatsache, daß der Alltag Anforderungen stellt, die man nur unter der Einnahme bestimmter Medikamente glaubt bewältigen zu können. |
|
Nicht selten ensteht ein off label use auch durch Nachlässigkeit wie schlecht gestellte Diagnosen, fehlende Verlaufskontrolle der Arzneimittelwirkung und Nichtbeachtung der Zulassungskriterien durch Arzt und Patient. Dieser off label use und die off label Verordnung unterliegen oft sogenannten "Schweinezyklen" ( s.u. ). Dies gilt auch für Lifestile- und Modedrogen. Es gibt aber auch Bereiche in der Medizin, wo man Medikamente "off label" einsetzt, weil dort aus ethischen Gründen keine Studien zur Zulassung durchgeführt werden dürfen. Dies betrifft v.a. die Kinderheilkunde und Teile der Onkologie ( Tumorpatienten ). Die behandelnden Ärzte haften in diesem Fall für die medizinische Richtigkeit beziehungsweise für eventuelle Schäden. Es existieren AWMF Leitlinien ( s.o. ) für den Off-Label-Einsatz von Arzneimitteln. |
|
|
|
bedeutet Ernährungswissenschaft. Zur Ausübung ist ein Hochschulstudium der Öcotrophologie erfolgreich zu absolvieren |
|
|
|
bezeichnet die Verbindungslinie zwischen rechtem und und linkem Gehöreingang. Sie bildet normalerweise einen rechten Winkel mit der Achse der Mittellinie die von der Nasenwurzel ausgeht und entlang der rechten und linken Kopfhälfte nach hinten verläuft. Bei Schädelassymmetrien und einseitigen Kopfabflachungen kann dieser Winkel sich ändern und die Achse kann einseitig noch vorne oder hinten, oben oder unten verschoben sein. |
|
|
|
Das griechische Wort "osteon" bedeutet "Knochen". Griechisch "path" oder "pathes" bedeutet hier "Vertreter eines Heilverfahrens". Der Begriff "Osteopath" geht zurück auf den US - Amerikaner A. T. Still., der im amerikanischen Sezessionskrieg als Lazarettreiniger ( hospital servant ) verpflichtet war. Nach dem Bürgerkrieg übte er den Beruf eines Mechanikers aus. Später verdiente er sein Geld als "Magnetic Healer" ( Handaufleger ). 1892 erfand A. T. Still den Begriff "Osteopathy" ( Osteopathie ) für jemanden, der Knochen an ihren korrekten Platz setzt. Ähnliche Überlegungen über die Grundlagen und Wirkungsweisen "osteopathischer" Techniken waren zuvor bereits von anderen veröffentlicht worden. |
|
Das Datum 1874, welches oft als Gründungsdatum der Osteopathie angegeben wird ist falsch. In diesem Jahr erhielt A. T. Still allerdings ein Patent auf eine Butterherstellungsmaschine. Sowohl A. T. Still, der Erfinder des Namens "Osteopathy", als auch der Begründer der Chiropraktik, D. D. Palmer, waren keine Ärzte, sondern "Magnetic Healer", praktizierten also eine Modetherapie der damaligen Zeit in den USA. Ihr unbestrittener Verdienst lag in der Sammlung alter manueller Behandlungstechniken. Beide versahen ihre Marketingprojekte mit einer fundamental religiösen Ideologie, mit der sie die universale Gültigkeit manueller Behandlung aller Krankheiten, also auch der inneren Organe, begründeten. |
|
Osteopathie und Chiropraktik ( s.o. ) waren in den USA bei ihrer Gründung fundamental religiös motivierte Medizinsekten. "Osteopath D.O." war eine Berufsbezeichnung im Bereich dieser Sekten, ebenso wie der D.C. als "Doctor of Chiropractic". Diese Sekten behaupteten, alle Krankheiten mit ihrer "einzig wahren" manuellen Methode heilen zu können. Wie bei Jesus, sollte dies nur mit den Händen und ohne Verabreichung von inneren Medikamenten möglich sein. Die Chiropraktik wollte dieses Ziel durch die "Korrektur von verschobenen Wirbeln" mittels manuellem Impuls, die Osteopathie durch die Anwendung manueller Hebel-, Dreh- und Drucktechniken erreichen. Ausgenommen von diesem allumfassenden Heilungsanspruch aller Krankheiten durch manuelle Behandlung waren nur rein chirurgische Indikationen. |
|
Nach Meinung der Sektengründer A. T. Still (
Osteopathy )
und D. D. Palmer ( Chiropractic s.o. )
sollten alle Krankheiten wie z.B. Tuberkulose, Cholera, Tumore,
Herz- und Kreislauferkrankungen usw. nur durch ihre manuelle Behandlung
und
ergänzende äußere Anwendung von chemische Präparaten geheilt werden.
Solcherlei "Anwendungsbereiche" galten bereits in der europäischen
manuellen Heilkunde in der damaligen Zeit. Die in Europa
angewandte manuelle Behandlung innerer Organe wurde
von der Osteopathie übernommen. Man findet diese teils gefährlichen
Techniken
( mit dem Risiko der Verursachung innerer Verletzungen )
zur angeblichen "Behandlung innerer Organe" heute noch in der
"Alternativ" - Osteopathie.
Als Teil ihres Kampfes gegen die Medizin und zur Etablierung der Sekten
wurde von den Sektengründern
|
|
Reverend A. Still, der Vater von A. T. Still, war ein "Circuit Rider" der Methodisten, ein Wanderprediger, welcher Siedler im Wilden Westen religiös umsorgte. Da er kein Arzt war, konnte er seinen Sohn A. T. Still auch nicht zum Arzt ausbilden, wie die Sektenpropaganda manchmal behauptete. A. T. Still hat niemals eine Ausbildung zum Arzt angefangen, gab sich aber nach dem Sezessionskrieg als Chirurg aus. Er nannte sich später "Dr. A. T. Still", täuschte damit dreist eine Ausbildung zum Arzt vor und wurde in den sekteneigenen Publikationen und von seinen Anhängern als "old doctor" bezeichnet. Posthum nennen ihn Propagandisten heute noch fälschlich sogar "A. T. Still M.D." ( Doctor of Medicine ). In Wahrheit praktizierte er bereits in den 1870er Jahren das "Magnetic Healing", c.a. 10 Jahre vor D. D. Palmer ( s.o. bei Chiropraktik ). |
|
Im Gegensatz dazu hat sein Bruder J. M. Still M.D. seine Ausbildung zum Arzt 1864 an einer Medical School regulär absolviert und den Titel M.D. erhalten. Dies widerlegt die Sektenpropaganda, man habe zu der Zeit allgemein in Amerika keine ordentliche Arztausbildung absolviert und A. T. Still habe sich als "Arzt enttäuscht von der Medizin abgewandt." Stattdessen war es so, daß A. T. Still sein Geld als Magnetic Healer ( Handaufleger ) verdiente und später manuelle Behandlungstechniken vermarktete, welche bereits in diversen medizinischen Fachpublikationen unterrichtet wurden. |
|
Was ist ein "Osteopath" in den USA heute? |
|
Ideologie und Praxis der Medizin - Sekten änderten sich aber in den USA mit der Reform der Hochschulstudiengänge entsprechend den Vorgaben der 1906 vom Congress eingesetzten "The Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching" ( s.u. ) und ihrem Bericht "Medical Education in the United States and Canada Bulletin Number Four (The Flexner Report) (1910)" allmählich hin zur Medizin. Ein "Osteopath D.O." ist heute in den USA ein Facharzt der Medizin, der ein Studium an einem Osteopathie College absolviert hat. Diese Colleges sind teilweise an Universitäten angeschlossen. Fachrichtungen und Inhalte entsprechen in den USA seit der Neuausrichtung der Studiengänge denen der modernen medizinischen Ausbildung (HNO-Arzt, Internist, Augenarzt, Urologe, Gynäkologe, Chirurg, usw.). Zusätzlich wird der Fachbereich "manuelle osteopathische Behandlung" ( Osteopathic Manipulative Treatment - OMT ) unterrichtet. |
|
Welche verschiedenen Arten von "Osteopathen" gibt es in Europa? |
|
Ein "D.O." ist heute in den USA ein professional degree. Dies ist der Titel einer Facharztausbildung der Medizin auf College Niveau und kein universitärer Doktortitel. In Deutschland wird eine gleichlautende Bezeichnung als Marke bzw. Marketing allein für die Ausbildung im Fachbereich "manuelle osteopathische Behandlung" ( Osteopathic Manipulative Treatment - OMT ) verwendet. Diese Marketing - Bezeichnung im Bereich der "Alternativmedizin" hat mit einer Ausbildung zu einem Facharzt der Medizin wie in den USA nichts zu tun und hat auch keine hochschulrechtliche Relevanz. Vertreter der deutschen "Alternativ" - Osteopathie bezeichnet man in den USA deshalb auch als "European Osteopathic Manipulators". |
|
Im Unterschied zu den modernen medizinischen Facharztausbildungen an den Osteopathie Colleges in den USA wird in Deutschland an den Osteopathie - Schulen nur der Fachbereich "Manuelle Osteopathische Behandlung" für bereits vorhandene Berufsgruppen im Gesundheitswesen auf privater Basis unterrichtet. Im Unterschied zur modernen manuellen Medizin werden meist pseudowissenschaftliche Erklärungsmodelle über die Wirkungseise manueller Behandlung unterrichtet. In Deutschland regelt das Heilpraktiker Gesetz (HeilprG) von 1939 die Berufsbezeichnung Heilpraktiker. Osteopathie und Chiropraktik werden als Heilkunde durch Heilpraktiker und Ärzte selbständig ausgeübt. |
|
Einige Kantone der Schweiz haben Gesetze zur Berufsausübungsbewilligung für den Beruf eines Osteopathen. Es ist dort ebenso wie der Physiotherapeut ein Heilhilfsberuf ( s.o. ), und kein Heilberuf. Gleichzeitig ist in einigen Kantonen in diesen Gesetzen festgelegt, daß eine Behandlung mit Impuls (Einrenken) für Osteopathen ausdrücklich verboten ist. Dies ist dort nur dem Chiropraktiker ( s.o. ) erlaubt. Staatliche Berufszulassungen im Gesundheitswesen in einem Schweizer Kanton sind nur in diesem Kanton gültig. Sie haben keine rechtliche Gültigkeit in anderen Kantonen der Schweiz oder im Ausland. |
|
|
|
1) Das griechische Wort "osteon" bedeutet "Knochen". Griechisch "patheia" oder "pathie" bedeutet das "Leiden". Diese Bedeutung von "Osteopathie" als "Knochenleiden" wird in der Medizin angewandt. |
|
2) Das griechische Wort "patheia" oder "pathie" kann auch "Heilverfahren" bedeuten. |
|
Der Begriff "Osteopathy" ( deutsch: Osteopathie ) geht zurück auf den US - Amerikaner A. T. Still., der im amerikanischen Sezessionskrieg als Lazarettreiniger ( hospital servant ) verpflichtet war. Nach dem Bürgerkrieg übte er den Beruf eines Mechanikers aus. Später verdiente er sein Geld als "Magnetic Healer" ( Handaufleger ). 1892 erfand A. T. Still diesen Begriff für ein fundamental religiös motiviertes, manuelles Heilverfahren, als dessen Erfinder er sich ausgab. Ähnliche Überlegungen und die Grundlagen der "osteopathischen" Techniken waren zuvor von anderen veröffentlicht worden. |
|
Obwohl er keinerlei medizinische Ausbildung hatte, gab sich A. T. Still einige Jahre nach dem Krieg als Arzt und Chirurg aus. Später verstrickte er sich in Widerprüche, machte verschiedene Zeitangaben über seine medizinische Ausbildung, aber die Schule, die er zeitweise besucht haben wollte, wurde erst viele Jahre nach der von ihm angegebenen, angeblichen Ausbildungszeit zum Arzt, überhaupt erst eröffnet. Im Alter versuchte er, sich eine staatliche Rente zu erschleichen mit der Behauptung, er sei im Bürgerkrieg Chirurg gewesen. Sein Ansinnen hatte aber keinen Erfolg. |
|
Sowohl A. T. Still, als auch der Begründer der Chiropraktik, D. D. Palmer, waren keine Ärzte, sondern "Magnetic Healer", praktizierten also eine Modetherapie der damaligen Zeit in den USA. Beide versahen ihre Marketingprojekte mit Ideologien, wie sie der fundamental religiösen, christlichen Aufbruchstimmung in den USA entsprach und mit der sie die universale Gültigkeit manueller Behandlung aller Krankheiten, also auch der inneren Organe, begründeten. |
|
Neu an A. T. Stills "Osteopathy" ( deutsch: Osteopathie ) und D. D. Palmers ( Chiropractic s.o. ) Marketing waren weder die Techniken, noch deren pseudowissenschaftlich religiöse Interpretation, welche sie zur Mobilmachung gegen die Medizin und zur Etablierung ihrer Medizin - Sekten einsetzten. Allerdings hatten Sie beide im Gegensatz zu anderen, welche ähnliche Projekte verfolgten, das aggressivere Marketing. A. T. Still organisierte z. B. eine Zeitungskampagne, um sich zum Nobelpreis vorschlagen zu lassen. Im Gegensatz zu D. D. Palmer täuschte A. T. Still vor, Arzt und Chirurg zu sein. |
|
D. D. Palmer begründete seine Methode mit der
Ideologie des Spiritualismus,
während A. T. Still sich auch einer Richtung der englischen Philophophie
und Literatur bediente, welche sich gegen einen erstarkten reinen
Materialismus wandte.
|
|
Welche verschiedenen Formen von "Osteopathie" gibt es heute? |
|
Da der Begriff "Osteopathie" als Heilverfahren in Deutschland nicht definiert ist, wird oft der Fachbereich "manuelle osteopathische Behandlung" allein schon als "die Osteopathie" verstanden. Hingegen entwickelte sich die Osteopathie (engl. Osteopathy) in ihrem Ursprungsland USA hin zur sektenfreien, modernen Medizin. Seit dem Bericht "Medical Education in the United States and Canada Bulletin Number Four (The Flexner Report) (1910)" der "The Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching" ( s.u. ) wurde die Ausbildung schrittweise umgestellt auf moderne Medizin auf College Niveau zum Facharzt analog dem Fächerkanon des Medizinstudiums an den Universitäten. Zusätzlich wurde und wird der Fachbereich manuelle osteopathische Behandlung ("Osteopathic Manipulative Treatment - OMT") traditionell beibehalten und unterrichtet. In den USA gibt es auch Osteopathen der esoterischen, pseudowissenschaftlichen Richtung. |
|
In Europa gibt es auch Vertreter dieses "manuellen Fundamentalismus" ( s.o. ) bei dem man glaubt, viele Leiden nur mit den Händen "heilen" zu können. Diese Ideologie existiert in verschiedenen Strömungen der manuellen Methoden und nutzt pseudowissenschaftliche oder esoterische Glaubenssysteme. Berührung wird elitär als "etwas Besseres", alternativ" oder "gleichwertig" mit der Schulmedizin betrachtet. Dies ist eine Mißachtung des modernen Konzepts der Osteopathie der USA. Dem stehen über 50 000 modern ausgebildete Fachärzte in den USA als Osteopathen D.O gegebüber, die gelernt haben fachmedizinisch zu arbeiten und zusätzlich "osteopathisch" manuell zu behandeln, falls es notwendig sein sollte. |
|
In Deutschland verwenden osteopathisch tätige Ärzte und Heilpraktiker, entsprechend ihrer Berufsausbildung, in der Medizin und Naturheilkunde anerkannte physikalische, pharmakologische und chirurgische Methoden zur Diagnose und Therapie. Sie legen großen Wert auf gute Beratung, Unterstützung der Selbstregulation und systemische manuelle Untersuchung, um belastete Strukturen zu finden und sie mit dem gesamten Spektrum der Medizin und Naturheilkunde zu behandeln. Sie verschreiben die notwendigen Medikamente und kombinieren die manuelle Behandlung mit ihrem medizinischen Fachgebiet. Wie in den USA wird so die osteopathisch manuelle Behandlung sinnvoll verbunden mit den notwendigen modernen Methoden der Medizin und Naturheilkunde. Durch diese Kombination bieten osteopathisch ausgebildete Ärzte und Heilpraktiker gute Hilfestellung bei Regulationsstörungen, Beschwerden, Leiden und Krankheiten. |
|
Woran kann man erkennen, daß jemand "Osteopathie" als "Alternativmedizin" betreibt? |
|
Man kann das zumeist dann vermuten, wenn ein Therapeut ausschließlich "Osteopathie" oder gar "klassische Osteopathie" anbietet oder sich nur als "Osteopath" bezeichnet und seine eigentliche offizielle Berufszulassung im deutschen Gesundheitswesen entweder gar nicht oder nur auf Anfrage benennt. Auch wird in entsprechenden Publikationen solcherlei Praxen Herr A.T. Still zumeist fälschlich als "Dr. A. T. Still" bezeichnet, um die Seriosität des eigenen Tuns zu unterstreichen. Zumindest sollte man unserer Meinung nach bei solchen Therapeuten vorsichtig sein hinsichtlich der Deutung der Zusammenhänge, der veranschlagten Therapiedauer und bei manchen Techniken. |
|
Diese Vorsicht ist bei "Osteopathen" der "klassischen" oder "alternativmedizinischen Osteopathie" geboten, wenn sie innere Organe eines Patienten manuell behandeln wollen ( "Viscerale Behandlung" ). Dazu wird mit aneinandergelegten, gestreckten Fingern beider Hände oder mittels eines festen Zangengriffs sehr tief nach hinten in die Bauchdecke gedrückt. Dies birgt die hohe Gefahr der Verursachung von Notfällen durch innere Verletzungen und Blutungen. Typisch und kennzeichnend für Scharlatanerie ( s.u. ) ist es, wenn derlei "Diagnosen" von "Fehlstellungen, Fehlrotationen oder Verklebungen innerer Organe" ohne bildgebende medizinische Untersuchung oder Bauchspiegelung gestellt werden. |
|
Zu diesen unsinnigen und gefährlichen Techniken
gehören manuelle Techniken zur
"Dehnung der Zwerchfellkuppel", "Entspannung der Zwerchfellanheftungen
an der Wirbelsäule", "Hochschieben von Senknieren", "Anheben eines Senkmagens",
"Drehen einer gekippten Leber", "Entleeren der Gallenblase oder der
Bauchspeicheldrüse", "Mobilisieren der versteiften Aorta".
"Mobilisierung des Dünn- oder Dickdarms, um Verklebungen zu
lösen". Ebenso gefährlich ist es, wenn die Beckenorgane der Frau
mittels der Finger durch die Vagina hindurch manuell "behandelt" werden
sollen.
|
|
|
|
Als "Osteopathie Märchen" oder "Osteopathie Geschichtchen" bezeichnet man sogenannte mythologieähnliche Gründungslegenden der Osteopathie, die zumeist aus einer interessanten Mischung aus einigen Tatsachen und ebenso aus Lügen besteht. Sie lauten oft ähnlich wie folgt: "Vor über 120 Jahren begründete der amerikanische Arzt A.T. Still (1828-1917) die Osteopathie. Der Arzt mußte mit ansehen, wie seine erste Frau und vier seiner Kinder erkrankten und starben. Deshalb suchte er nach einem neuen Verständnis von Gesundheit und Krankheit." Die Todesfälle sind die traurige Tatsache, daß A.T. Still aber angeblich Arzt war und deshalb nach einem neuen Verständnis von Gesundheit und Krankheit suchte, weil er als "Arzt" zusehen mußte, ist frei erfunden. Reale Tragik mit Lüge ist ein brisantes Marketing. |
|
Ebenso frei erfunden sind Märchen, wie: "Eine erste Begegnung mit der Osteopathie machte A.T. Still, als er seinen Kopf auf eine Schaukel legte und sich so selbst behandelte." Derartige Gründungsmythen, in denen Erfinder über Eingebungen im geschichtslosen Raum, mittels eines göttlichen Fingers berührt wurden ( oder in diesem Fall bereits als Kind durch eine Schaukel ) und danach derartige Systeme in die Welt setzten, entbehren jeder Grundlage. Die Weitergabe derartiger Märchen sagt mehr aus über den Erzähler, als über die tatsächlichen Gegebenheiten. In den religiös fundamentalistisch geprägten USA sind derartige Märchen gutes Marketing und ein Schlüssel zum Erfolg, damals wie heute. Traurig ist nur, daß sie arglos und kritiklos von der weitverbreiteten, esoterischen Richtung der Osteopathie weitererzählt werden. |
|
|
|
meint jemanden, der das manuelle Heilverfahren Osteopathie ( s.o. ) oder einzelne Aspekte davon unterrichtet. |
|
|
|
ist das originale englische Wort und wird ins Deutsche mit "Osteopathie" ( s.o. ) übersetzt. |
|
bezeichnet in der Medizin die Lehre von den Krankheiten und den Krankheitszeichen |
|
|
|
bezeichnet das manuelle Heilverfahren Osteopathie ( s.o. ) angewandt auf Pferde (s.o. auch Craniale Osteopathie) |
|
|
|
bezeichnet die Lehre von den medizinisch anerkannten Arzneistoffen und Arzneimitteln |
|
|
|
bezeichnet die Lehre von der Erscheinungform der Menschen. Aus Körperhaltung und Mimik kann man auf aktuelle Absichten und seelischen Eigenschaften eines Menschen schließen. Im 19. und 20. Jh. glaubte man mit der Physiognomielehre und durch wissenschaftliche Vermessungen von Körpern und Schädeln ein gesetzloses oder abartiges Verhalten oder menschliche Minderwertigkeit der betroffenen Menschen behaupten zu können. |
|
|
|
sind Heilmittel, die aus Pflanzen bzw. aus Teilen von Pflanzen hergestellt werden. |
|
|
|
ist die Anwendung von Phytopharmaka ( s.o. ) zur Heilung oder Linderung von Krankheiten und Leiden. |
|
|
|
das ist eine Gewebeschicht, welche an die Außenseite des Gehirns, des Rückenkarks und ihrer Nerven direkt angrenzt. |
|
|
|
gehören dahin, außer krankmachende Pilze oder zu viele Pilze. s.u. unter: "Übersäuerung, Pilze im Darm und Verschlackt-Sein". |
|
|
|
Placebo ( von lat. placere = gefallen ) -wirkung werden alle die postiven Reaktionen an Leib und Gemüt eines Patienten genannt, welche nicht auf der spezifischen Wirksamkeit einer Behandlungsmethode oder eines Medizinprodukts beruhen, sondern auf dem Setting, der Arzt-Patienten Interaktion und auf dem Bewertungsprozess der Therapie durch den Patienten. ( s.o. auch bei "Nocebo" ) |
|
Der Placeboeffekt unterliegt natürlich dem Glaubens- und Wertesystem von Therapeut und Patienten. Er ist abhängig vom kulturellen Kontext. Ebenso steigt seine Wirkung durch eine Art Lern- und Trainingseffekt bei häufiger Anwendung. Deshalb empfehlen placebobasierte Verfahren, nicht nur aus finanziellen Überlegungen des Therapeuten heraus, das möglichst häufige Erscheinen der Patienten. So wird z.B. in der esoterischen Richtung der Osteopathie ( s.o. ) und in der "Alternativmedizin" ( s.o. ) ein mehrmaliges Erscheinen des Patienten angemahnt, damit eine Wirkung eintreten kann. |
|
|
|
eine äußere, einseitige Abflachung an einem normalerweise runden Teil des Schädels, meist hinten seitlich am Kopf. |
|
|
|
bezeichnet das plötzliche, unerwartete und unerklärbare Versterben eines Kindes im ersten Lebensjahr (SIDS s.u.) |
|
|
|
so bezeichnet man eine Gruppe unterschiedlicher Störungen, die als Langzeitfolgen eines Traumas auftreten können. Es sind meist Albträume, Schlafstörungen sowie wiederkehrende, unwillkürliche Situationen des Nacherlebens der als bedrohlich erlebten Situation wie Krieg, Mißbrauch, Mobbing, Prüfungen. ( s.o. bei Kriegszitterer, s.u. bei Wehrpsychiatrie) |
|
|
|
bezeichnet einen Therapieform, bei der die seelische Entwicklung über die Bewegungsentwicklung gefördert wird. |
|
|
|
bezeichnet einen Zweig der Medizin, der sich mit der körpereigenen Abwehr, Hormonen und innerer Einstellung befaßt. |
|
|
|
bezeichnet einen Zweig der Medizin, der sich mit psychischen Veränderungen in sozialen Gemeinschaften befaßt. |
|
Atem, Dampf, Nebel; das, was bewegt; sichtbare, spürbare Bewegung. (vgl. griechische Philosophie "alles fließt"). Qi hat nichts mit "Energie" zu tun. Es "fließt" deshalb auch keine "Energie" und man "spürt" bei Qi auch keine "Energie". |
|
|
|
Gong bedeutet "Übung, Leistung". Gemeint ist mit Qigong das "Üben des Qi". Der Begriff Qigong wird erst seit ca. 1950, seit der Erfindung der "TCM" ( s.u. ) verwendet. Ursprünglich hieß dieses Vorgehen Xing Qi, das Führen oder sich Hingeben im Qi, so daß Qi Alles ist, im übertragenen Sinn, daß man selbst in sich und mit seiner Umgebung im Qi Zustand ist, (s.u. Tian Di Ren). Es sind leibseelische Übungen des Fließenlassens und des Vertrauens in Ruhe oder Bewegung. Es gibt in China verschiedene lokale Traditionen in diesen Übungen. |
|
|
|
Eine Person, welche im Unterichten der Qigong / Qi Gong Übungen ausgebildet wurde und das Qigong / Qi Gong unterrichtet. |
|
in Verbindung mit Ernährungstherapie, Phytotherapie / Phytopharmaka oder manuellen Methoden wie z.B. Osteopathie bedeutet "rational" eine vernünftige Vorgehensweise. Gemeint ist damit, daß diese Methoden bereits zu Zeiten angewandt wurden, als es keinen wissenschaftlichen Nachweis ihrer Wirksamkeit, geschweige denn ihrer Wirkmechanismen, dem heutigen Verständnis nach, gab. Rational meint also die Anwendung ausschließlich der wissenschaftlich nachgewiesenen, haltbaren Anteile der oft mit magisch spekulativen Anteilen durchsetzten, traditionellen Methoden. |
|
|
|
Gruppe funktioneller Beschwerden im ersten Lebenshalbjahr als Ausdruck von Störungen der Verhaltensregulation mit den Leitsymptomen: Exzessives Schreien und/oder Schlafstörungen und/oder Fütterstörungen. Eine Zuordnung im Rahmen des internationalen Katalogs zur Benennung von Krankheiten und Symptomen ICD 10 ist nur teilweise möglich ( s.o. F98.2 ). Eine Regulationsstörung hat immer einen Lebenszusammenhang, so daß alle Lebensumstände und die komplexen Wechselwirkungen zwischen den sich entwickelnden Eltern - Kind - Beziehungen und der kindlichen Verhaltensregulation als verursachend in Betracht kommen und untersucht werden müssen. Sie werden eingeteilt in "unkomplizierte Regulationsstörung ohne Beziehungsbelastung/ - störung", "isolierte Regulationsstörung mit Beziehungsbelastung/ - störung" und in "generalisierte Regulationsstörung mit Beziehungsbelastung/ - störung". Differentialdiagnostisch sind immer funktionelle Beschwerden ( s.o. ) und organische Erkrankungen auszuschließen. Interdisziplinäres medizinisches Arbeiten ist dabei unerläßlich, sowohl bei der Untersuchung als auch bei der Therapie. |
|
|
|
Esoterische Trance ( s.u. ) Methode, ähnlich wie das europäische "Handauflegen", das japanische "Heilströmen", das japanische "Jin Shin Jyutsu" u.ä. Die Marketingstrategie des "Reiki" vom Beginn des 20. Jahrhunderts stammt angeblich von einem Herrn Mikao Usui in Japan. Sein Grab / Schrein existiert zwar an der in der Reiki - Literatur angegeben Stelle, allerdings hatte der Mann nichts mit Reiki zu tun. Das Kunstwort Reiki ist eine Zusammensetzung der japanischen Worte rei ( Raum ) und ki ( Bewegendes ). Manuellen Trance Techniken gibt es viele. ( s.o. auch bei Craniale Osteopathie ). |
|
|
|
Fritz Rödder war ein international bekannter Hufschmied. Er arbeitete zeitweise für die Queen von England und betreute das legendäre Springpferd Halla. |
|
|
|
bezeichnet hier einen Aufenthalt von Bezugspersonen im Krankenhaus, zusammen mit einem kranken Kind oder auf der Säuglingsstation, mit Übernachtungsmöglichkeit unter familiären Wohnbedingungen. |
|
Die unter dem Gehirn liegende knöcherne, knorpelige Unterseite des Kopfes |
|
|
|
s.u. unter: "sutur / suturae" |
|
|
|
sind schalenförmige Teile des Kopfes, welche zusammengesetzt seine charakteristische äußere Kugelform ergeben. |
|
|
|
Taschenspieler, Verwandler, Künstler im Versprechen von Verwandlung. Die medizinische Tätigkeit war dem Begriff des Scharlatans oder Wunderdoktors immer zugeordnet. Bis in die Zeit um 1930 war bei Wunderdoktoren nicht die richtige Wahl der Methode ausschlaggebend, sondern die Art und Weise, wie sie verkauft wurde. Deshalb wurde in Deutschland das Heilpraktiker Gesetz eingeführt, um die schlimmsten Auswüchse zu beseitigen. Aber weder die Regulierung der Berufszulassung als Arzt, noch die des Heilpraktikers konnte die weitere Ausübung der Scharlatanerie verhindern. |
|
|
|
Kunst des Taschenspielers, eine manuelle Kunst zur Täuschung. Ausübung der Heilkunde durch Wunderdoktoren. Vor allem das 18te Jahrhundert war es, welches wie kein anderes die Existenz und Erfolge der Scharlatane begünstigte. Auch heute noch findet man in Naturheilkunde und Osteopathie solch teuren Künstler, die sich gut verkaufen, die unmöglichsten tiefsinnigen Diagnosen im Bauch, am Kopf oder in der Iris stellen und man fragt sich, was machen die da eigentlich? |
|
|
|
Ungenaue und gefährlich vereinfachende, teils auch stigmatisierende Benennung von Säuglingen mit funktionellen Beschwerden oder Regulationsproblemen ( s.o. ) . (s.o. Modediagnosen). Säuglinge haben keine andere Möglichkeit als zu schreien, um Probleme mitzuteilen. Ohne medizinische Untersuchung können so Krankheiten leicht übersehen werden. Handelt es sich bei "Schreikindern" um Regulationsprobleme im Säuglingsalter ( s.o. ) dann ist immer der Kontext der Lebensumstände zu untersuchen. |
|
|
|
Religiös alchemistisches Therapieverfahren, welches keine Salze in rational therapeutischen Dosierungen enthält, sondern in homöopathischer Zubereitung als reine Seele der ehemaligen "Salze", auch "Information" genannt Ähnlich seelisch / geistig verfahren auch die Spagyrik ( s.u. ) und Homöopathie ( s.o. und auch unter "Magie" ). |
|
|
|
bezeichnet das im Rahmen des staatlichen Gesundheitswesens an Universitäten und Schulen offiziell unterrichtete Medizinsystem und seine Sichtweise der Krankheit. |
|
|
|
bedeutet periodische Schwankung. Ursprünglich wurden damit periodische Schwankung im Bereich der Landwirtschaft bezeichnet. Arthur Hanau verfaßte 1927 eine Dissertation über Schweinepreise und beschrieb darin die Schwankungen im Markt für Schweinefleisch. Mittlerweile wird der Begriff auch in anderen Bereichen angewandt, z.B. unterliegen die Therapieansätze in Medizin, manueller Therapie und Alternativmedizin ebenfalls solchen "Schweinezyklen". |
|
In der Medizin hört man nicht selten den Satz von älteren Kollegen: "Das hatten wir doch schon.", wenn wieder einmal ein "neues" Verfahren vorgestellt wird. Auch die Verfahren der "Osteopathie" ( s.o. ) und Chiropraktik wurden von ihren "Gründern als neu bezeichnet, obwohl sie schon lange vorher ausgeübt wurden. A.T. Still wollte dafür sogar den Nobelpreis. Auch heute noch gibt es immer wieder "neue" Techniken, z.B. "osteopathische Lymphtechniken" die man anderen Therapien abgeschaut hat und Unwissenden als neu verkaufen möchte. So kommt vieles aus Unwissenheit und merkantilem Interesse zyklisch wieder. Noch schneller vollziehen sich die Schweinezyklen in der Fitness-Branche. |
|
In der Alternativmedizin schwankt man von Jahr zu Jahr zwischen der Verdammung aller Elektrokabel, Elektrogeräte und Handies, weil sie "strahlen" und dem lukrativen Verkauf von Talismanen wie Magnetmatten und dem exzessiven Einsatz elektrisch strahlender Diagnose- und Therapie-Terminals ( s.o. ). Es gibt Zeiten, da sind alle Patienten "übersäuert", dann wiederum haben alle einen "Selenmangel" usw. ( s.o. auch unter "Modediagnose", "Modetherapie" und unter "off label" ). |
|
Es gibt Zeiten, da sollen Kügelchen mit einem nicht nachweisbaren Inhalt von Wirkstoffen eine Heilwirkung entfalten und dies umso mehr, je stärker der Nichtinhalt weiterverdünnt wird. Dann wiederum gibt es Zeiten, da werden den Patienten zigfach höhere Dosierungen der Tagesdosis an Vitaminen gespritzt, "damit sie überhaupt eine Wirkung entfalten". |
|
"Alternativmediziner" ( s.o. ) vermeiden oft vorab eine "schulmedizinische" ( s.u. ) Laboruntersuchung und spritzen den Patienten die Vitamin-Überdosierungen direkt "ins Blut", unter Umgehung der sinnvollen körperlichen Aufnahmefilter und Schutzmechanismen. Zu anderen Zeiten wettern die gleichen "Therapeuten" gegen empfohlene Schutzimpfungen, weil sie "direkt in die Muskeln" injiziert werden und damit körperliche Schutzmechanismen ausgeschaltet würden. Oft pendeln "Alternativmediziner" im Rhythmus der Schweinezyklen zwischen diesen Extremen hin und her. Bestimmt wird dies zumeist von der Marktlage, bzw. dem Stimmungswandel des entsprechenden Patientenklientels und des "Therapeuten". |
|
|
|
Der Vorgang, sich selbst in Trance ( s.u. ) bzw. hypnotischen Zustand zu versetzen und selbst wieder herauszukommen.Dazu gehören Verfahren wie das "Autogene Training" ( s.o. ) und seine Varianten, wie z.B. die "Progressive Muskel Entspannung" ( s.o. ) |
|
|
|
traditionelles Medizinsystem in Indien, ähnlich dem Ayurveda. Siddha ist abgefaßt und wird unterrichtet in der Dravidian Sprache in der südindischen Region Tamil Nadu. Die Ausübung dieser Heilkunde ist in Indien gesetzlich geregelt im "The Indian Medicine Central Council Act, 1970" (Act No. 48 of 1970). (s.o. bei Ayurveda) |
|
|
|
bedeutet plötzlicher Kindstod ( s.o. ) |
|
|
|
Lehre von der Ähnlichkeit von Heilpflanzen oder anderen Heilmitteln mit dem Krankheitsbild. Unterschieden wurde dabei nach den wahrnehmbaren Qualitäten und dem Wunsch, dem Menschen die fehlenden Qualitäten zuzuführen oder die überschießenden Qualitäten durch Zufuhr der oppositionellen, dämpfenden Qualitäten abzumindern. Die fördernden Qualitäten waren die "Similia", die dämpfenden waren die "Contraria". Die Signaturlehre bildete bis ins 19. Jahrhundert hinein die Grundlage, auf welcher man ein Mittel beurteilte und einem Regulationsdefizit ( Krankheit ) zuordnete. Die "Similia" nennt man in den heutigen pharmakologischen Modellen "Mimetika", die "Contraria" nennt man "Lytika". Die Schematisierung hat sich im Wesentlichen also nicht geändert. Allein der Blick hat sich mehr dem Detail zugewandt. |
|
Dies galt auch für die "neuen" Mittel des Paracelsus, welcher die alchemistischen Arzneien aus Schwermetallen in die Medizin des 16. Jahrhunderts einführte. Paracelsus benutzte eine dreigeteilte Grundschematisierung, ähnlich der des Ayurvdea ( s.o. ) So verabreichte man z.B. Quecksilber als "Contraria" in islamischen Ländern, in Nordindien und China, später auch in Europa, um Rheuma zu "heilen". Napoleon starb durch eine lange dauernde Therapie mit Arsen. |
|
Paracelsus selbst starb 1541 wahrscheinlich an einer Bleivergiftung, als er eine Mittelohrentzündung an sich therapierte. Später wurde Beethoven taub, als man seine Ohrschmerzen ebenfalls mit Blei behandelte und verstarb 1827 an der gleichen Therapie. Aus diesen Erfahrungen heraus griff Hahnenmann die Idee der Alchemie wieder auf, alles soweit zu verdünnen, bis nur noch die "Information" als die Seele der Substanz die Seele des Patienten zur Umkehr aus der Krankheit bewegen soll. Er nannte das "Homöopathie" (s.o. ) und sie ist aus dieser Vorgeschichte heraus zu verstehen. |
|
Die Schwermetallmedizin des Paracelsus wird heute noch ernsthaft in Heilpraktikerkreisen als "Alternativmedizin" ( s.o. ) praktiziert, sowie in der traditionellen Medizin in arabischen Ländern, in der nordindischen Richtung des Ayurveda ( s.o. ) , welche von der arabischen Medizin ( s.o. ) beeinflußt ist und in der heutigen, traditionellen chinesischen Medizin ( s.u. ). |
|
Anm.: Wir wenden keine Schwermetalle an! Warnen möchten wir Sie ausdrücklich, daß traditionelle Medikamente in Nordindien oder in China gewollt Schwermetalle als Wirkstoff enthalten können ( nicht nur als Verunreinigung ). |
|
Heute gilt eine transformierte "Signaturlehre" in der Pharmakologie, d.h. ein Mittel soll einem spezifischen Rezeptor entsprechen. Dies ist leider genausowenig automatisch ein Schlüssel zum Erfolg, wie ja auch die Signaturlehre nicht automatisch die sichere Wirkung eines Präparats bezüglich des Krankheitsbildes garantieren konnte. Damals wie heute muß nach der qualitativen Zuordnung eines Mittels allein die therapeutische Erfahrung darüber entscheiden, was Wirkung zeigt. Zum Schutz der Patienten gibt es deshalb seit Ende des 20. Jahrhunderts ein Gesetz in Deutschland, das erstmals verlangt, die Patienten aufzugeklären, bevor sie an Studien teilnehmen und über alle damit verbundenen Risiken. |
|
|
|
(umgangssprachlich Ultraschall s.u.) bezeichnet in der Medizin die Anwendung von Ultraschall als bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von organischem Gewebe . oder technischen Strukturen. |
|
|
|
Religiös alchemistisches Herstellungsverfahren für Arzneistoffe mit dem Ziel, die quinta essentia ( Quintessenz ), also die dem Äther zugeordnete Seele z.B. einer Pflanze, von deren materiellen Substanz zu trennen und einzufangen, um sie therapeutisch zu verabreichen. Ähnlich seelisch / geistig verfahren auch die Homöopathie ( s.o. ) oder die Schüßler "Salze" ( s.o. und auch unter "Magie" ). |
|
|
|
s.o. unter: "arachniodea" |
|
|
|
bezeichnet das manuelle Heilverfahren Osteopathie ( s.o. ) angewendet im Bereich von Beschwerden durch Sport. |
|
|
|
s.o. unter: "Schreikinder" |
|
|
|
In der Anatomie eine Abkürzung der lateinischen Bezeichnung eines Teils der Schädelbasis ( s.o. ). Die vollständige lateinische Bezeichnung lautet Synchondrosis spheno basilaris (knorpelige Verbindung zweier Schädelknochen, welche Sphenoid (Keilbein) und Pars basilaris des Occiput (Hinterhauptsbein) genannt werden. (s. auch: SSB Kompression) |
|
|
|
Abkürzung der lateinischen Bezeichnung einer Stauchung oder Verdichtung im Bereich der SSB ( s.o. ), d.h. eines Teils der Schädelbasis ( s.o. ). Eine Fraktur der Schädelbasis ist in der Regel ein Notfall. Eine knöcherne oder knorpelige Kompression oder Verdichtung in diesem Gebiet kann nur durch bildgebende Verfahren ausgeschlossen werden, da bei der Untersuchung mit den Händen am Kopf nur äußerliche Gewebeveränderungen aufgespürt werden können. Eine rein manuell "festgestellte" "SSB - Kompression" ist eine Modediagnose ( s.o. ), Ausdruck von Scharlatanerie ( s.o. ) oder Unwissen. "SSB - Kompression" dient bei funktionellen Beschwerden und Regulationsstörungen ( s.o. ) des Verhaltens der Säuglinge und Kinder meist als Vorwand für unseriöse, teure und langwierige manuelle Modetherapien und zur Beruhigung der Eltern. Bei diesen "Therapien" kommt es im Laufe oft monatelanger "Behandlung" im günstigen Fall zum therapieunabhängigen Verschwinden von Symptomen. Dadurch verstreicht oft Zeit für sinnvolle Behandlungen ungenutzt. |
|
|
|
lateinischer Ausdruck für Schädelnaht / Schädelnähte. Dies sind Wachstumszonen und Verbindungsstellen am Schädel. |
|
|
|
Heilverfahren der "Alternativmedizin" ( s.o. ) oder "Magie" ( s.o. ), welche mittels der Herstellung von Sympathie, also von subjektiver Harmonie, heilen wollen. ( s.o. auch unter "manueller Fundmentalisus", "Scharlatanerie", "Dissoziation" ) |
|
Man nutzt magische, esoterische oder pseudowissenschaftliche Bezugssysteme, um durch entsprechende Verfahren Defizite im individuellen Bezugs- bzw. Wertesystem auszugleichen. Das klassische Verfahren ist die Opferhandlung zum Augleich von Schuldkomplexen, von selbst erlebten oder verursachten Traumata. Dazu wird man vom "Heiler" an höhere Mächte angebunden, welche durch Reinigung, Harmonisierung, Ausgleich, Buße, Vergebung oder Glättung den Ausgleich von wie auch immer gearteten "Energiedefiziten" erst ermöglichen. Dazu nutzt man quasi magische Handlungen wie Handauflegen oder pseudowissenschaftliche elekronische Geräte, "schützende" Talismane oder Amulette wie Magnete oder Steine. Solche höheren Mächte vermitteln in Zeiten des Wertewandels "Schwingungen", "Strahlung", "Energien", "geheime Botschaften" in magischen Substanzen, z.B. in heiligem, geschütteltem Wasser oder in Kügelchen. |
|
Die Wirkungen dieser Heilverfahren der "Alternativmedizin" ( s.o. ), können teilweise über den normalen Plazeboeffekt hinausgehen, sofern sowohl "Heiler" als auch der die Heilung Suchende an das entsprechende Bezugssystem glauben. Die Wirkung beruht nicht auf den physikalisch-chemischen Eigenschaften der eingesetzten Substanzen oder Verfahren, sondern in der kommunikativen Interaktion, welcher ein gemeinsames individuelles Wertesystem zugrundeliegt. |
|
|
|
bedeutet eine Betrachtungsweise der Zusammenhänge und wechselseitigen Beeinflussungen in einem System |
|
|
|
TCM bedeutet wörtlich "Traditionelle Chinesische Medizin". Es ist nicht Medizin im westlichen Sinn, sondern eine moderne Sammlung und Zusammenstellung alter Naturheilkunden aus China. Das System der TCM wurde ca. 1950 aus verschiedenen regionalen und traditionellen Heilverfahren und Heilkonzepten aus unterschiedlichen Epochen und Gebieten der chinesischen Geschichte zusammengestellt. Es beinhaltet das manuelle Heilverfahren "Tui Na" bzw. An Mo" ( s.u. ), Kräuterheilkunde, Ernährungsheilkunde, Akupunktur ( s.o. ), Moxibustion ( s.o. ) und Qigong ( s.o. ). |
|
Die Modellbildung der TCM ist nicht kohärent. Deshalb wird oft viel Widersprüchliches einfach auswendig gelernt, ohne es wirklich zu verstehen. Die dafür vorgebrachten Begründungen können lauten "dies sei halt so" oder "die werden sich schon etwas dabei gedacht haben" oder man vermutet geheimnisvolle Offenbarungen, die zwar den Chinesen, nicht aber dem westlichen Menschen zugänglich seien. Lernt man diese Heilkunde als monokausale Handlungsanweisungen auswendig, dann ist die Wirkung solcher Anwendung meist nicht besser als die einer Scheinbehandlung. Die Modelle und Begrifflichkeiten der TCM basieren auf unterschiedlichen philosophischen Traditionen. Fast alle Übersetzungen benutzen eine monokausale und substanzorientierte Begrifflichkeit westlicher Philosophie wie "Geist", "Körper", "Energie", "Kraft", "Meridian", "Organ", "Unsterblichkeit", was im Kontext der chinesischen Philosophie und Heilkunde barer Unsinn ist. |
|
Ein weiteres Problem ist die Tatsache, daß die klassischen Schriften teils widersprüchlich sind, weil sie unterschiedliche Aspekte relativer Interaktion von Lebenserscheinungen darstellen. Zudem existieren ca. 13 000 medizinische Texte aus verschiedenen Epochen der chinesichen Geschichte. Nur wenige sind bisher in westliche Sprachen übersetzt worden. Die ursprünglichen Texte sind auf Alt-Chinesisch, eine eindeutige Übersetzung ist aufgrund fehlender klinischer Tradition nicht möglich, da sich die chinesische Ärztegesellschaft schon 1929 selbst aufgelöst hatte. Nur auf dem Land existierte das Wissen in einzelnen Ärztefamilien weiter. Die Universität Oldenburg nennt die heutigen Projekte und Versuche einer Rekonstruktion chinesischer Heilkunden deshalb "Traditionelle chinesische Heilverfahren und Heilkonzepte". |
|
Übt man die Rekonstruktionesversuche der alten chinesischen Medizin heute aus, dann ist je nach vorliegendem Bild zu entscheiden, welchen der Klassiker und welche Theoriebildung man zu Rate zieht. Man wird vorsichtig mit einer Arbeitshypothese arbeiten und zuerst eine chinesische und eine "westliche" Diagnose erstellen. Für die Wahl der Therapie ist dann die medizinisch "westliche", in Verbindung mit der traditionell chinesischen Diagnose entscheidend. Niemals macht es Sinn, monokausale Handlungsanweisungen ohne systemische medizinisch "westliche" und chinesische Diagnose anzuwenden, wie das leider in vielen westlichen Akupunktur Ausbildungen unterrichtet wird. |
|
Im übrigen wird Akupunktur nur zu ca. 15% in der "TCM" in China angewandt. Den Hauptteil der traditionellen Heilverfahren und Heilkonzepte in China bilden Kräuterheilkunde und Ernährungskunde. Gerade die Reaktionen auf Ernährung sind aber je nach Kultur und Menschen völlig unterschiedlich und können keinesfalls hier "durch auswendig lernen" übertragen werden. In Deutschland wird chinesische Medizin oft als "Akupunktur" mißverstanden. Akupunktur als einfache, monokausale Symptom - Punktezuordnung, die "Rezeptakupunktur", entstand nach der chinesischen Revolution als Notprogramm für sogenannte Barfußärzte (Gemeindehelfer). Solch eine Art der Akupunktur findet man oft in einem auf Zeitersparnis bedachten Ablauf westlicher Medizinsysteme. Sie ist nicht wirkungsvoller, als eine Placebobehandlung. Akupunktur ist dagegen sinnvoll als Teil des Gesamtkonzepts, zusammen mit den anderen Therapiemethoden der TCM. |
|
|
|
wurde durch Andrew Carnegie im Jahr 1905 gegründet und durch einen Act of Congress 1906 (Gesetz des Kongresses) beauftrag, "to do and perform all things necessary to encourage, uphold, and dignify the profession of the teacher and the cause of higher education". |
|
Im Bericht "Medical Education in the United States and Canada Bulletin Number Four (The Flexner Report) (1910)" berichtet der deutschstämmige Arzt Abraham Flexner über den Stand der medizinischen Ausbildung in den USA und in Kanada, über Studiengänge, finanzielle Aspekte, Sekten der Medizin, staatliche Ausschüsse, weiterführende Schulen und andere spezielle Formen der medizinischen Ausbildung; mit Aufstellungen und Tabellen aller medizinischen Schulen der USA und Kandas. Er entwickelte einen Generalplan zur Reform und Rekonstruktion der gesamten medizinischen Ausbildung entsprechend den damals führenden Standards der deutschen und englischen medizinischen Ausbildung. |
|
|
|
s.o. unter: "The Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching" |
|
|
|
bezeichnet das manuelle Heilverfahren Osteopathie ( s.o.) angewendet auf Tiere |
|
|
|
s.u. unter: "Unani, Unani Tib" |
|
|
|
s.o. unter "TCM" |
|
|
|
Eine moderne Bezeichnung, welche neben der Lehre der "Humoralmedizin" ( s.o. ) bzw. Humoralpathologie" ( s.o. ) eine Ansammlung von Verfahren enthält, welche sich vor allem im 19ten Jahrhundert herausgebildet haben, zur Zeit der "Aufklärung". Diese "romantischen" Verfahren werden heute zumeist unter "Alternativmedizin" ( s.o. ) vermarktet. |
|
|
|
s.o. unter "Ayurveda", bzw. "Ayurveda Indigenious Medicine of India" |
|
|
|
die tibetische Medizin, tibetisch "bod sman" ist ein in sich geschlossenes System der Heilkunde und entwickelte sich im Zusammenhang mit dem Dämonenglauben einer alten Religion im Bereich Mongolei / Tibet, die auch "Bön" genannt wird. Sie enthält Pflanzenheilkunde, schamanische Elemente und die tibetische Moxibustion. Durch den Austausch mit Indien und China, haben sich diese Heilsysteme gegenseitig beeinflußt. Das Grundlagenwerk ist das "Yuthog Yontan Gonpo" aus dem im 12ten Jahrhundert. Die Ausbildung in "bod sman" kann fundiert erfolgen in Tibet, an Instituten der Exil-Tibeter im Nord-Osten Indiens, in Burjatien und in Rußland am Baikalsee an der Universität in Ulan-Ude. Dazu sollten Sie aber vorher tibetisch oder russisch lernen. |
|
|
|
Unter einer Trance (von altfranzösich transe - hinübergehen, bzw. von Lateinisch, transire) versteht man einen besonderen, halbwachen Zustand, der auch hypnotischer Zustand genannt wird. Man nennt ihn Eutrance, wenn er angenehm erlebt und Dystrance, wenn er unangenehm empfunden wird. Hypnotische Trance zur Behandlung von Leiden und Krankheiten ist Heilkunde und darf nur von zur Ausübung der Heilkunde zugelassenen Berufen (Arzt, Heilpraktiker, Dipl. Psychologe) ausgeübt werden. |
|
Cranial Osteopathie ( s.o. ), Cranio sacrale Therapie ( s.o. ), Reiki ( s.o. ) und die Einzelbehandlung mit der Feldenkrais ( s.o. ) Methode sind manuelle Trance - Induzierungs - Methoden. Der Feldenkrais Gruppenunterricht nutzt verbale Induzierung. Dementsprechend bedarf es dazu immer einer Fähigkeit, Bereitschaft und Einstellung des Klienten (s.o. bei Hypnose). |
|
|
|
bezeichnet in der "Traditionellen Chinesische Medizin" ( s.o. ) ein manuelles, meist massierendes Heilverfahren. Das chinesische Wort "Tui" bedeutet "Schieben", "Na" bedeutet "Greifen", "An" bedeutet "Pressen", "Mo" bedeutet "Reiben". |
|
Zum inneren Gleichgewicht gehört auch ein bestimmter
"Säurewert" ( pH-Wert ) in Blut und
lokalem Gewebe. Dieser |
|
|
|
Diese Begriffe nennt man auch "TRIAS (Dreiheit oder drei Teile) der Modediagnosen ( s.o. )", wenn sie manchmal als Ursache aller Leiden erfunden werden. Diese Begriffe stammen aus unterschiedlichen Medizinsystemen. Aus der Humoralmedizin ( s.o. ) stammt der Begriff "Übersäuerung" ( s.o. ) und meint die chronische Ausscheidung eines sauer riechenden Atems, eines sauer riechenden Schweißes, v.a. als Nachtschweiß bzw. eines sauer schmeckenden Urins ( Geschmacksprobe oder Geruchsprobe des Patienten-Urins durch den Arzt in vorindustrieller Zeit! ). In der Schulmedizin meint man mit "Übersäuerung" hingegen einen akuten, lebensbedrohlichen Zustand, der mit einer starken Abweichung des pH Wertes im Blut verbunden ist. Der Begriff des "Verschlackt Seins" stammt aus der Volksmedizin und meint abgelagerte "Schlacken" im Körper. "Schlacke" ist ein Begriff aus der Zeit, als man sich den Bauchraum als einen Schmelzofen vorstellte und "Schlacke" den "Ofen" verstopfen konnte. Dagegen sind "Pilze im Darm" eine normale Angelegenheit, da sie ein Gleichgewicht bilden mit den Darmbakterien. Der Begriff stammt aus der Schulmedizin ( s.o. ) und meint eine erhöhte Anzahl von normalerweise da anwesenden Pilzen oder die Anwesenheit von Pilzen, die da nicht hingehören. In der sogenannten "Alternativmedizin" ( s.o. ) werden Begriffe der alten Humoralmedizin, welche ja Naturphänomene beschreibt, gemischt mit Begriffen der modernen Naturwissenschaft, wodurch oft ein pseudowissenschaftlicher Unsinn entsteht. |
|
|
|
bezeichnet einen Schall oberhalb der menschlichen Hörschwelle. In der Medizin wird der Begriff umgangssprachlich ersatzweise verwandt für das Untersuchungsverfahren mittels Ultraschall, welches korrekt als Sonografie ( s.o. ) bezeichnet wird. |
|
|
|
altes arabisches Medizinsystem, welches vor allem auf den griechischen Schriften des Hippokrates von Kós (460 v. Chr. - 375 v. Chr.) und des Galenos (129 n. Chr - 199n. Chr.) basiert. Es war auch im moslemisch eroberten Teil Spaniens und Italiens das führende Medizinsystem und es wird bis heute in den islamischen Ländern mit jahrtausend alter klinischer Erfahrung ununterbrochen praktiziert. Die wichtigsten Stätten der Entstehung waren v.a. die Spitäler in Damaskus, in Bagdad und in Al-Quata`i (dem späteren Kairo). Während des Kalifats der Abhasiden (750-1258) wurden in Bagdad und unter der Herrschaft der Omaiyaden in Spanien (756-1031) in Córdoba Übersetzerschulen und Bibliotheken gegründet. Erst im 12ten und 13ten Jahrhundert wurden Prüfverfahren an den neuen Medizinschulen, arabisch "madrasa al-tib", durchgeführt. Neben einer Bibliothek (kitah-khana) besaß jede Madrasa auch ein größeres Spital (himaristan). |
|
In dieser "philologischen" Periode lehrte Ibn Roshd (1126-1198 n. Chr.), "Averroes", an der Schule (madrasa) im damals islamischen Córdoba. Er war Leibarzt des Herrschers Yûsuf Ibn Jakub (1163-1184 n. Chr.), veröffentlichte 1162 eine große medizinische Enzyklopädie und verfaßte ab 1182 berühmte Kommentare zu fast allen Schriften des Aristoteles. Die Debatten hierüber im Rahmen der Scholastik beruhigten sich erst allmählich mit den Auslegungen des Thomas von Aquin. |
|
In Spanien wurde Toledo, nach der Rückeroberung durch die christlichen Truppen 1085, 1087 Residenz des Königreichs Kastilien und blieb bis 1561 Hauptstadt Spaniens. 200 Jahre lang blieb Toledo eine weltoffene Stadt aus Christen, Juden und Moslems. Die unter königlichem Patronat in Toledo weiterbestehenden Übersetzerschulen (Toledaner Humanismus) hatten Studenten aus ganz Europa. Ab 1172 entstehen daraus die Escuelas Catedralicias. Arabische, griechische und hebräische Texte wurden ins Lateinische übersetzt, darunter alte und neue medizinische Schriften. Der "Toledaner Humanismus" förderte neben der Medizin die Optik, Geographie, Nautik, Mathematik, Physik, Alchemie und Astronomie. |
|
Nach der Vertreibung der moslemischen Truppen veränderte das Wissen der Arabischen Medizin die Medizin in Europa. Durch Einbeziehung neuer medizinischer Texte aus dem Arabischen und der Enstehung der Universitäten entwickelte sich aus der Klostermedizin ( s.o. ) die Humoralmedizin ( s.o. ). Die alte arabische Medizin wird heut noch in Nordindien unterrichtet. Es gibt staatlich zugelassene Colleges für Unani Tib. Die Ausbildung und Ausübung dieser Heilkunde ist in Indien gesetzlich geregelt im "The Indian Medicine Central Council Act, 1970" (Act No. 48 of 1970). (s.o. bei Ayurveda). Das Vollzeit - Studium in Unani Tib in Indien an entsprechenden Colleges dauert bis zum Titel des "Bachelor", 11 Semester. |
|
Anm.: Falls Sie also jemanden suchen, der kompetent an einem staatlich registrierten College gelernt hat was "entgiften, entschlacken und ausleiten" ist, der in alten Heilpflanzen und Ausleitverfahren geprüft wurde und vor allem auch klinische Erfahrung damit hat, dann fragen Sie ihn nach seiner staatlich anerkannten Ausbildung und Registrierung in Unani Tib. |
|
durch Kanäle miteinander verbundene Kammern innerhalb des Gehirns. Sie enthalten Liquor ( s.o. ) |
|
|
|
s.o. unter "Übersäuerung, Pilze im Darm und Verschlackt-Sein" |
|
|
|
afrikanische bezeichnung von Magie, wird v.a. als Heilverfahren angewandt, s.o. auch unter "Magie" |
|
Bereich der Psychiatrie, der sich mit dem Verhalten bei Gefahren und in Kriegssituationen beschäftigt. |
|
|
|
s.o unter: "pia mater" |
|
|
|
andere Schreibweise von Voodoo, afrikanische bezeichnung von Magie, wird v.a. als Heilverfahren angewandt, s.o. auch unter "Magie" |
|
|
|
Wurzelbehandlung bezeichnet in der Zahnheilkunde die Behandlung der feinen Wurzelkanäle, die im Zentrum des Zahnes liegen. In diesen Kanälen befindet sich das Zahnmark mit Blutgefäßen und Nerven. Dringen dort Kranheitserreger ein, dann können sehr schmerzhafte Entzündungen die Folge sein. Um den Zahn zu erhalten, wird der entzündete Zahnnerv entfernt, die feinen Kanälchen gereinigt und die Kanälchen mit einem Füllmaterial verschlossen. |
|
|
|
bedeutet in der indischen Sprache Sanskrit "Verbindung". Gemeint ist mit Yoga eine der Philosophie Traditionen Indiens. Dort gingen vor der Kolonialzeit die Kinder und Jugendliche im Haus eines traditionellen Lehrers, des "Guru" wie bei einem Meister oder Paten in die Lehre und wurden so persönlich auf das Leben vorbereitet. |
|
|
|
Eine Person, welche im Unterrichten der Philosophie und Praxis des Yoga ausgebildet wurde und welche die acht Fächer, "Stufen" oder "Äste" der leibseelischen Übungen nach der indischen Yoga Tradition unterrichtet. |
|
|
© Copyright und Urheberrecht aller www.osteo-info.de/ Seiten - Klaus Czepan, Moltkestr. 90, 76133 Karlsruhe Impressum / Datenschutz |
|
Unerlaubte Nutzung von Bildern und Texten hat rechtliche
Folgen |
|
Osteopathie als manuelle Methode im Städt. Klinikum Karlsruhe |