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Kinderheilkunde Neugeborene
 
Ernährung bei Allergie Blähungen Schiefhaltung
 
Hinterkopf Abflachung, schiefe Kopfhaltung
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     Gesundheit finden   . . .   ist ein Weg                |
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Kinder wachsen und entwickeln sich. So wird man fachübergreifend medizinisch, naturheilkundlich und pädagogisch untersuchen und arbeiten, um Beschwerden und Leiden fachgerecht zu beurteilen und um effizient durch Beratung, Therapie oder Förderung zu helfen. Gerade im Bereich der Säuglingsheilkunde sind Eltern oft verunsichert, weil Symptome oft nicht eindeutig sind. Wenn keine klassische Erkrankung vorliegt, dann ist es nicht einfach, Hilfe zu erhalten. |
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Kopfablachungen werden auch von Kinderärzten nicht selten falsch beurteilt und mit den Folgen geburtsbedingter Verschiebungen der Schädelplatten verwechselt. Man hört dann Sätze wie: "Das verwächst sich." Landet man dann hilfesuchend bei der esoterischen Form der "Osteopathie", dann werden "Craniosacrale Techniken" angewandt oder man erhält die unsinnige Modediagnose "KISS Syndrom". Ist der Kopf abgeflacht, sind derlei Behandlungsansätze nutzlos. |
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Die ersten 18 Monate sind für manche Eltern sehr belastend, weil ihr Säugling sich nicht so schnell wie andere Babies auf ein "ordentliches Schlafverhalten" einstellt oder "noch nicht so unproblematisch ist, wie andere Kinder". Die Versuchung ist groß, Hilfe bei "alternativen" Methoden zu suchen, welche versprechen, mit ein paar geheimnisvollen Handgriffen den Kopf des Säuglings "gerade zu rücken" und das Problem zur Entlastung der Eltern "wegzuzaubern". Die Probleme sind meist komplexer und die Lösung langwieriger und sie haben sicher nichts mit "Fehlstellungen von Knochen" zu tun, die man durch manuelle Behandlung beseitigen kann. Ebensowenig kann man "abgeflachte Köpfe" manuell geradebiegen. |
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Es gibt auch Eltern, die hoffen auf "schnelle Lösungen", weil ihre Berufs- und Lebenskonzepte derartige Belastungen nicht vorsehen. Sie sind genervt und enttäuscht, wenn man die "schnelle Lösung" nicht verspricht. So ensteht ein negatives Wechselspiel innerhalb der Symbiose Mutter und Säugling, in dem bestimmte Situationen schon vorab eine negative Spannung aufbauen. Einschlafen, Durchschlafen, Stillen usw. werden so zu einem Martyrium für alle Beteiligten. Meist ist es schwer, solchen eingepielten Mustern zu entkommen. Neue Verhaltenskonzepte brauchen Vertrauen und Zeit. |
Das Erleben und Verhalten von Säuglingen ist eng verknüpft mit ihren leiblichen Reaktion.Symptome wie Schlafstörungen, exzessives Schreien und Fütterstörungen können Ausdruck sein von funktionellen Beschwerden, Reguationsstörungen des Verhaltens oder Erkrankungen. Funktionelle Leiden entstehen oft durch Wechselwirkungen aus Nahrung, Verdauung, Kraft und Integrität der Rumpfwand, falsche Lagerung, Stillzeitpunkt, Stillhaltung und Nichtverstehen der Körpersprache. In der Symbiose zwischen Mutter und Kind wird man vor allem auch alle direkten Interaktionswirkungen berücksichtigen. |
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Achtung! Im ersten Lebensjahr sind ein vermehrtes Schlafbedürfnis und Berührungsempfindlichkeit die oft übersehenen Erstsymptome einer beginnenden Meningitis. Die Fontanelle kann eventuell auch gespannt sein. Das plötzliche Auftreten einer Rückbeugung kann im ersten Lebensjahr völlig fehlen. Suchen Sie in solchen Fällen sofort eine Kinderklinik auf! |
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Achtung! Säuglinge können Ihre Beschwerden nicht mitteilen. Je kleiner die Kinder sind, desto unspezifischer sind oft die Symptome bei Erkrankungen. Wenn Säuglinge sich nicht mehr so bewegen können wie vorher, Krampfanfälle auftreten oder ein Ärmchen oder Beinchen bewegungslos herabhängt, dann muß dies umgehend in einer Kinderklinik abgeklärt werden. In seltenen Fällen können auch Neugeborene (ca 100 in Deutschland pro Jahr) einen Schlaganfall erleiden. Die Abklärung auf Risikofaktoren erfolgt beim Kinderarzt oder z.B. im Zentrum für Kinder und Frauen im Städtischen Klinikum. |
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Formveränderungen am Kopf können bei Säuglingen vor und nach der Geburt entstehen, da die äußere Schädelhülle noch relativ weich und im Wachstum begriffen ist. Auch Asymmetrien der Bewegung und Haltung können kurzzeitig auftreten oder ständig vorhanden sein. Als Ursache kommen in Frage Entwicklungsabweichungen, Lagerungsdruck, funktionelle Beschwerden, erhöhter Druck der Hirnflüssigkeit und andere Krankheiten. Suchen sie immer zuerst einen Kinderarzt auf, um Krankheiten auszuschließen. Er hat die größte klinische Erfahrung, um bedrohliche Situationen sofort zu erkennen. |
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Es ist normal, daß die Köpfe Neugeborener leicht unsymmetrisch sein können. Es ist auch normal, daß Schädelnähte sich bei der Geburt gegeneinander verschieben oder daß am Kopf eine Geburtsgeschwulst oder eine Kopfblutgeschwulst entsteht. In der Regel korrigiert dies der Körper selbst. Auch eine gut eingesetzte Geburtszange oder Saugglocke hinterlassen keine Spuren. Kopfgelenke und Wirbelsäule sollten nach der Geburt normal beweglich sein. Der Gesamteindruck und wichtige Funktionen von Gewebe und Organen werden beim Kinderarzt untersucht. |
Grundsätzlich ist zu sagen, daß verschiedene innere und äußere Druckgradienten, die auf den Schädel einwirken, sein Wachstum wesentlich bestimmen. Der Teil des Schädels, der das Hirn nach außen hin umschließt, ist bis lange nach der Geburt weitgehend aus relativ weichem Knorpel. Er verknöchert erst langsam über Monate. Die inneren Druckgradienten, die eng im Zusammenhang stehen z.B. mit der Hirnflüssigkeit und dem Hirnwachstum, der Durchblutung und der Atmung, führen in der Regel zu einer fast kugelförmigen und weitgehend symmetrischen Ausbildung der Kopfform. |
Jeder zu starke und zu lange andauernde äußere Druck auf den Schädel während seines Wachstums kann zu einer bleibenden Formveränderung führen, meist zu einer Abflachung der Druckstelle und Verschiebung des Schädels in Form eines Parallelogramms. Zu frühe Verknöcherungen der Schädelnähte verursachen meist andere Formveränderungen. |
Zeitpunkt und Zonen der Verknöcherung der Schädelplatten und -nähte sind abhängig von Lagerungsdruck, Hirndruck, Kaudruck, Bewegungsentwicklung usw. Manchmal können Zonen durch wiederholte Schleimhautenzündung oder bedingt durch Infektionen im Wachstum zurückbleiben. Eine zu frühe Verknöcherung einzelner Stellen der Schädelnähte ist ein Krankheitszeichen. Eine genaue Kenntnis der zeitlichen Entwicklungsveränderungen am Kopf ist deshalb notwendig. |
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Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, daß der Kopf des Kindes bei der Geburt bereits asymmetrisch WAR oder sich NACH der Geburt abzuflachen begann. Abflachungen oder asymmetrische Verformungen des Kopfes, zusammen mit einer einseitigen Verschiebung der Ohrachse gegenüber der mittleren Scheitellinie, kann entweder durch zu frühe Synosthosen ( Verknöcherungen ) verschiedener Stellen im Bereich der Schädelnähte oder durch einen zu starken, langandauernden Lagerungsdruck auf den Kopf des Ungeborenen oder Neugeborenen verursacht sein. Beim Säugling geschieht dies in der Regel durch durch Lagerungsfehler. Oft findet man dann eine kopfformbedingte, einseitige Kopf- oder Körperhaltung. |
In der Medizin sind über 90 Syndrome bekannt, mit teilweiser Verknöcherung der Schädelnähte und eventuell weiteren Fehlbildungen am Leib. Diese gilt es von Schädeldeformitäten zu unterscheiden, welche nicht durch Erkrankungen und Verknöcherungen der Schädelnähte verursacht sind. Durch den Geburtsvorgang bedingte Schädigungen oder Folgen von Erkrankungen der Mutter oder des Ungeborenen sind als Ursache einer Schädelfehlbildung eher selten ( z.B. Frakturen, neurologische Erkrankung, Infektionen, genetische Veränderungen ). Handelt es sich um derartige Ursachen von Abweichungen in Haltung und Bewegung, so entscheidet die Medizin über das weitere Vorgehen. |
Erste Hinweise neben einer Asymmetrie des Kopfes sind tastbare Bewegungseinschränkungen zwischen den Schädelknochen und Gratbildungen bzw. im Seitenvergleich verengte oder fehlende Rinnen entlang der Schädelnähte. Das Ziel bildgebender und anderer medizinisch diagnostischer Verfahren ist es, Schädigungen zu erkennen. Erst nach gründlicher medizinischer Untersuchung sieht man, ob konventionell oder chirurgisch geholfen werden kann. Wir raten vorab zur medizinischen Untersuchung in einem Fachzentrum, um Erkrankungen als Ursache auszuschließen. |
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Zumeist ensteht eine Kopfabflachung erst nach der Geburt. Liegt keine Erkrankung vor, so hat dies zumeist folgende Ursache: Säuglinge entwickeln ihre Haltekraft im Rücken, durch Rückbeugung von Kopf und Rumpf. So können Babies zuerst den Kopf mit der Nackenmuskulatur anheben, wenn sie auf dem Bauch liegen. Mit der Zeit entwickelt sich dann auch die Muskulatur im unteren Rücken und die Beine können den Körper in Bauchlage nach vorne schieben. Durch die reflektorische Einheit in seinen Bewegungsmustern reagiert der Säugling zudem schon bei leichten Problemen im Bauchbereich durch eine verstärkte Seitneigungs- Rückbeugungs- Haltung in Becken, Rumpf, Schultergürtel und Kopf, der deshalb nach hinten gedrückt oder in Rücklage auch zur Seite geneigt, gedreht und nach hinten gedrückt wird. |
Früher legte man Säuglinge deshalb vor allem auf den Bauch, da sie sich so besser entwickelten. Sie konnten sich bei Blähungen oder zur Bewegungsentwicklung nach hinten beugen, ohne den Kopf in eine Unterlage zu pressen, wie in der Rückenlage. Ist die Unterlage zum Liegen zu hart genählt, dann kommt es in Rückenlage zur zentralen oder seitlichen
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Zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstods (SIDS) wird seit einigen Jahren eine permanente Rücklage und eine harte "Babymatratze" empfohlen. Allerdings zeigt sich beim Studium anderer Kulturen, daß eine jede zu starke oder zu lange Zeit andauernde Druckbelastung auf den Kopf des Säuglings, gewollt oder unbeabsichtigt, Folgen hat auf seine Form. Sie hat sich die Zahl der einseitigen Kopfabflachungen bei Säuglingen durch die gegen ( SIDS ) empfohlene Rückenlagerung vervielfacht. Dies liegt zumeist an falschen Lagerungstechniken, vor allem an zu harten Unterlagen für die weichen Köpfe. |
Wir würden diese Folgen anstatt "lagebedingt" eher "lagerungsbedingt" nennen und vor allem auch nach den Ursachen für diese funktionelle einseitige Körperhaltung oder bevorzugte Kopfdrehung im Säugling suchen! Also kann Schreien, Spucken und Schiefhaltung ein Hinweis auf Erkrankungen ODER auf funktionelle Beschwerden sein. Veränderungen im Bereich von Kopf, Brust und Bauch können sich gegenseitig bedingen und man wird wie immer differenziert vorgehen. |
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Wird eine bestimmte Haltung oder Bewegungsmuster vermieden, ist aber tendenziell möglich und veränderbar, so kann es sich z.B. auch um eine Schonhaltung oder um eine Schwäche der Rumpfwand handeln. Diese funktionellen Beschwerden und Probleme werden meist im ersten Lebensjahr mit dem Wachstum deutlich besser. In dieser Zeit gibt es auch bestimmte Zeitfenster der Entwicklung die man durch gezielte Förderung und Behandlung unterstützen kann. |
Ausdrücklich warnen möchten wir davor, die in manchen Fällen begleitend auftretenden Verspannungen der Muskulatur der oberen Kopfgelenke ( "KISS" ) als ursächlich für ein schiefes Schädelwachstum anzusehen. Diese Behauptung ( "KISS" ) ist oft eine Modediagnose. ( "KISS" ), basiert auf der falschen "Atlas-Theorie" , welche über viele Jahrzente lang in der Chiropraktik vertreten wurde. So ist mancher heute noch der Meinung, viele Probleme der Säuglinge und Kinder kämen von einer Fehlstellung der oberen Kopfgelenke ( "KISS" - Kopfgelenk-Induzierte-Symmetrie-Störung" ) her. |
Sehr selten gibt es Fälle, in denen ein Problem im Kopfgelenksbereich von Geburt an vorliegt. In diesen sehr seltenen Fällen einer fixierten, reinen Schiefhaltung des Kopfes können Fehlbildungen der Halswirbel oder der Weichteile des Halses und weitere Erkrankungen vorhanden sein. Dies mub medizinisch untersucht und behandelt werden. |
Bei einer ebenso seltenen, von Geburt an vorhandenen, rein funktionelle Schiefhaltung des Kopfes ohne weitere Ursache, können einseitige funktionelle Funktions- oder Anspannungsmuster der Halsmuskulatur vorhanden sein. So kann der Kopf in der Regel relativ frei zur Seite gedreht werden, hat aber zu einer Seite hin eine Bewegungseinschränkung. Diese Bewegungsmuster kann man, je nach Ursache, mit verschiedenen Verfahren spezifisch ( auch manuell ) angehen. |
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Bei asymmetrischem Schädelwachstum ist immer eine Synosthose ( Verknöcherung ) der Schädelnähte auszuschließen. Das kann schonend und einfach in einer Kinderklinik mit den entsprechenden bildgebenden Verfahren untersucht werden. Vor allem hat umgehend eine augenärztliche Untersuchung des Augenhintergrunds zu erfolgen, um einen evtl. erhöhten Hirndruck auszuschließen. Asymmetrien, die durch frühzeitig einseitige Verknöcherung hervorgerufen werden, kommen nicht sehr häufig vor. Es bedarf einiger Tasterfahrung, um dies schon bei der Untersuchung mit den Händen zu vermuten. Sie werden deshalb oft mit den wesentlich häufigeren lagerungs- bzw. lagebedingten Schädelasymmetrien verwechselt. |
Die sehr häufig gehörte falsche Meinung ist die, man müsse nichts tun, das verwachse sich wieder. Dies trifft in der Regel nur auf die übliche, leichte Verschiebungen der Schädelnähte durch den Geburtsvorgang zu. In der überaus häufigsten Zahl der Fälle ist ein asymmetrisches Schädelwachstum und ein einseitiger Flachkopf durch Lagerungsfehler bedingt (z.B. durch eine zu harte Unterlage). Man nennt das medizinisch einen LAGEBEDINGTEN Plagiocephalus (auch Plagiozephalus) - eine einseitige Abflachung oder Brachycephalus bzw. Brachyzephalus- eine zentrale Abflachung am Kopf. Dies kann zu einseitiger Funktionsweise führen. Um die Gefahr erhöhten Hirndrucks auszuschließen, muß man immer untersuchen! |
Schreien Babies oft, sind unruhig oder tränen die Augen, ist immer eine Hirndrucksteigerung auszuschließen. Ursachen dafür können auch angeborene Arachnoidalzysten sein. Dies sind flüssigkeitsgefüllte Höhlen infolge einer Aufspaltung / Verdoppelung der Arachnoidea, (Spinnwebhaut) / Spaltbildung zwischen Arachnoidea und Pia mater (weiche Hirnhaut). Asymmetrisches Schädelwachstum und teilweise Verformung der angrenzenden Hirnabschnitte ist dadurch möglich. Die Untersuchung auf Arachnoidalzysten kann vor der Geburt (Ultraschall) oder nach der Geburt (Ultraschall / MRT) erfolgen. Statistisch findet man Arachnoidalzysten bei männlichen Säuglingen viermal häufiger als bei weiblichen Säuglingen. |
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Die wahren Ursachen für solche Körpermuster müssen systemisch fachübergreifend untersucht und behandelt werden. Eine reine Schiefhaltung des Kopfes, ohne gleichzeitig auftretende, einseitige C - Haltung des Rumpfes ist selten. Wir haben beobachtet, dass sich Kopfformen, C Haltungen des Körpers und Bewegungsmuster unterscheiden, wenn sie durch Nahrungsreize und Lagerungsfehler, durch einseitigen Lagerungsruck während der Schwangerschaft ( z. B. bei Zwillingsschwangerschaften ) oder durch frühe, einseitige Synosthosen ( Verknöcherungen ) am Kopf entstanden sind. |
Liegt keine Erkrankung vor, dann ist eine Seitneigung oder angespannte Rückbeugung des Rumpfes entweder Ausdruck von funktionellen Beschwerden oder von emotionaler Erregung bis hin zu Protest oder Wut. Vielleicht weigert das Baby sich auch, die Beine anzuziehen oder die Arme vor dem Körper zusammenzubringen? Wird diese Haltung mit erhöhtem Tonus der Muskulatur oft und über längere Zeit beibehalten und läßt sich der Säugling trotz aller Bemühungen nicht auf eine andere Seite zum Liegen bringen, dann kann bei zu harter Unterlage eine Kopfabflachung die Folge sein. Wurden Erkrankungen und Anomalien ausgeschlossen, dann sind sehr oft auch Verdauungsbeschwerden die Ursache. |
Meist verursachen reizende Nahrungsbestandteile in der Muttermilch oder der Ersatznahrung, auch ein zu spätes Stillen, Streß beim Stillen oder eine ungünstige Stillposition Beschwerden im Bauchbereich. Weil aber auch die oben genannten Fehlbildungen und Asymmetrien Unruhe und Streß beim Säugling verursachen können ist es gefährlich, ohne ärztliche Untersuchung und ohne Verständnis der Ursachen, Kinder pauschal als "Schrei und Spuckkinder" zu stigmatisieren. |
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Da der Kopf des Säuglings in den ersten Monaten noch sehr weich ist, wurde dieser Umstand in verschiedenen Kulturen dazu benutzt, durch leichten und ständigen Druck mittels Binden und anderen Materialien den Kopf in eine symmetrisch runde Form zu bringen. Ebenso gibt es in verschiedenen Kulturen traditionelle Massagetechniken, ebenfalls um eine runde Kopfform zu erreichen. Man kennt dort keine Kinderwagen, dafür aber spezielle Trage-, Lagerungs- und Wickeltechniken. |
Bei bereits eingetretenen Schädelasymmetrien ist die Therapie dann oft langwierig und nicht immer ist die Symmetrie wieder herstellbar. Vor allem ist ein differenziertes Vorgehen notwendig. Dies kann eine manuelle Behandlung der oberen Kopfgelenke durchaus beinhalten. Aber auch andere Ursachen wie Nabelbrüche, anatomische Fehlbildungen oder Erkrankungen der inneren Organe, Nahrungsunverträglichkeiten und vieles mehr ist bei "Schrei und Spuckkindern" in Betracht zu ziehen, um die Ursachen auch für eine Kopffehlstellung oder Kopfabflachung rechtzeitig zu beseitigen. |
Bis zum Alter von 6 - 9 Monaten kann man lagerungsbedingte Deformitäten am Schädel meist mit einer Änderung der Lagerungsbedingungen behandeln. Voraussetzung dazu ist eine mit Hilfsmitteln stabilisierte Lagerung das Säuglings auf einer entsprechend weichen Unterlage. Die Idee dabei ist die, daß kein Druck mehr von außen auf die abgeflachte Stelle ausgeübt werden kann. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Bauchlagerung notwendig, wie man sie bis zur Empfehlung der Rücklagerung als Kindstodsprophylaxe generell angewandt hat. In bestimmten Fällen kann die Korrektur lagerungsbedingter Kopfabflachnungen auch mit einem individuell gefertigten Kopfband oder mit einem Helm erfolgen. Chirurgische Korrekturen werden mit 3D Computermodellen in spezialisierten Kinderkliniken ab dem 4 Monat ausgeführt. |
Eine manuelle "Behandlung" der Schädelnähte beim Säugling, z.B. mittels "craniosacraler" Techniken, zur Verbesserung der Schädelform, ist nutzlos und barer Unfug. Diese "Korrekturhilfen" sind genauso ineffektiv, wie wenn man eine Zahnfehlstellung bei Kindern durch wiederholtes manuelles Drehen am Zahn korrigieren wollte. Diese "Besserung" der Kopfform durch "osteopathisch" manuelle Behandlung der Schädelnähte wird von der der "klassisch" esoterischen Richtung der Osteopathie zwar behauptet. Es gibt aber keine Belege dafür, daß durch derartige Behandlung eine schnellere Korrektur erfolgt, als sie im Verlauf des körpereigenen Wachstumsprozesses von selbst schon geschieht. |
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Eine umfassende körperliche Untersuchung und eine Beurteilung der Bewegungsmuster, der Haltung und des Verhaltens sind die Voraussetzung der Therapie. Auch eine Untersuchung der Eltern, v.a. der Mutter kann Hinweise für Ursachen der funktionellen Beschwerden des Säuglings liefern. Wir beachten auch die Alltagssituation und familiäre Konstellationen. |
Wir arbeiten systemisch und haben in mehrjähriger Erfahrung und nach umfangreichen Weiterbildungen ein eigenes Behandlungskonzept entwickelt. Unser multimodales systemisches Konzept über funktionelle Beschwerden des Säuglings integriert die verschiedenen Sichtweisen einzelner Therapierichtungen. Über weitere Fragen beraten wir Sie ausführlich nach Terminvereinbarung in der Kindersprechstunde unserer Praxis im Städtischen Klinikum Karlsruhe. |
Wir beobachten in regelmäßigen Abständen Wachstum, Verhalten und Bewegung, um Probleme und ihre möglichen Ursachen und Zusammenhänge frühzeitig zu erkennen. In der Therapie fördern wir spezifisch die Entwicklung, behandeln manuell und beraten Sie in Fragen von Verdauung, Ernährung, Stillen und in Fragen von Verhalten und Bindungssicherheit. |
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Bei funktionellen Beschwerden sind in der Regel keine verschreibungspflichtigen Medikamente oder invasiven Eingriffe notwendig, da keine Organzerstörung oder krankhafte Funktionsstörung ursächlich ist. Wir informieren Sie über Risiken, Nebenwirkungen und Nichtanwendbarkeit unserer Methoden. Sie werden angewandt, sofern keine Kontraindikation vorliegt. Bei Verdacht auf eine organische Erkrankung würden wir Sie auf fachärztliche Abklärung verweisen. |
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Osteopathie Naturheilkunde Naturheilverfahren im Städt. Klinikum Karlsruhe
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Wir praktizieren Osteopathie als handfeste manuelle Methode und nicht als "klassisches" esoterische Konzept. Osteopathie ist kein wissenschaftlich anerkanntes therapeutisches Verfahren. Aufgrund der wechselvollen Geschichte existiert keine verbindliche Definition, was Osteopathie oder Kinderosteopathie als Therapieform genau sind. Wir praktizieren nur die rational vertretbaren Anteile dieser Therapie und keine esoterisch oder pseudowissenschaftlich begründeten Verfahrensanteile, wie in der "klassisch" esoterischen Richtung der Osteopathie üblich.    Seitenanfang |
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